Nutzungsänderung im Außenbereich von Gewerbeeinheit

  • Die Antworten richtig lesen will Herr/Frau Rabotti aber auch nicht.
    Es ist eine Nutzung genehmigt.
    Er will einen andere Nutzung.
    Ob erlaubt oder nicht, kann in diesem verzwickten Fall ausschließlich die genehmigende Behörde beantworten.
    Bei uns werden auf sogenannten "Aussiedlerhöfen" mangels landwirtschaftlicher Nutzung auch schon mal die Betriebshöfe von Handwerksbetrieben genehmigt um dort keine unbewohnten Bauruinen zu haben.
    Also einfach die "neue" Nutzung als Bauvoranfrage stellen und die Antwort abwarten.
    Notfalls, vor Unnutzbarkeit des Objektes, den ungeliebten Malermeister behalten.
    Grüsse Peter
  • Rabotti schrieb:


    Die Frage ist... ist die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl und Firmenfahrzeuge eine "bauliche Erweiterung" ???

    Würde ich nicht so sehen, so lange keine zusätzlichen Garagen oder Büros (o.ä.) gebaut werden.

    Es ist aber tatsächlich so, dass eine Betriebs"erweiterung" auf dem vorhanden Grund nur schwer möglich sein dürfte. Deine Einschätzung würde ich daher unterstreichen. Ein Mieter der irgendwann expandieren möchte (muss) wird sich dann eine andere Bleibe suchen müssen. Dabei geht es nicht um einen Mitarbeiter mehr oder weniger, sondern wenn ursprünglich mal sagen wir 5 Mitarbeiter vorgesehen waren, und daraus dann 15 Mitarbeiter werden, dann könnte das schon problematisch werden. Wo sollen die parken? Lärm durch 15 Fahrzeuge anstatt 5 usw.

    Das Problem dabei sind meist nicht einmal die Behörden selbst, sondern Anwohner, Landwirte usw. Wenn die aus irgendwelchen Gründen Sturm laufen, dann gerät das Bauamt gehörig unter Druck.

    Die Sache mit dem Bodenbelag ist zwar etwas ungewöhnlich, aber nicht völlig abwegig. Es macht einen Unterschied, ob ich als Handwerksbetrieb eine "Werkstatt" habe oder beispielsweise ein Bäderstudio mit Publikumsverkehr. Im zweiten Fall können Umbaumaßnahmen erforderlich werden, die auch die Bodenbeläge mit einschließen (rutschfest etc.). Noch interessanter wird es, wenn die Fassade geändert werden muss, beispielsweise einzelne Fenster werden durch eine "Schaufensterfront" ersetzt. Tja, und dann wird noch die Frage im Raum stehen, wieviel Publikum, wo sollen die parken, müssen neue Parkplätze geschaffen werden usw.

    Noch ein Beispiel aus meiner leidvollen Erfahrung. Ich musste damals zusichern, dass nicht mehr als 2 Kunden täglich das Anwesen mit einem PKW anfahren. Weiterhin durfte ich keine neuen Parkplätze auf dem Grundstück schaffen, obwohl dieses mit 10.000m² noch ausreichend Platz geboten hätte. Wir mussten also die Parkplätze für Mitarbeiter, die 2 Kunden, und mich, auf den vorhandenen Flächen unterbringen. Ich hätte keine neuen Flächen überbauen dürfen.
    In diesem Zusammenhang hatte ich auch die Frage nach einer Betriebserweiterung (Halle) gestellt, und bekam als Antwort, NEIN, wir haben aber auch noch schöne Gewerbegrundstücke die sie dann kaufen können.

    Ich habe irgendwann, nach weit über 1 Jahr, kapituliert. Man glaubt gar nicht auf welche Ideen die kommen können wenn es um Außenbereich und gewerbliche Nutzung geht.
  • Baumal schrieb:

    R.B. schrieb:

    Rabotti schrieb:

    Die Frage ist... ist die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl und Firmenfahrzeuge eine "bauliche Erweiterung" ???
    ... Man glaubt gar nicht auf welche Ideen die kommen können wenn es um Außenbereich und gewerbliche Nutzung geht.
    ich schon.... ^^
    Das glaube ich Dir sofort.

    Noch ein Schmankerl aus dem damaligen Drama, der Vorbesitzer wurde 5 Jahre zuvor verpflichtet die vorhandenen Bäume zu entfernen und durch irgendwelche Fichten zu ersetzen. Ich sollte nun die ganzen Fichten wieder entfernen und daraus eine Streuobstwiese machen. Aber nicht irgendeine Streuobstwiese, sondern Art und Anzahl der Bäume wollte man mir auch vorschreiben.

    Das Niederschlagswasser wurde über 20 Jahre versickert, kein Problem. Ich sollte nun das Wasser sammeln, über eine Strecke von ca. 4km über fremde Wiesen und Felder Rohre verlegen lassen, und dort in einen öffentlichen Kanal leiten. Heute müsste ich das alles wohl wieder zurückbauen und wieder auf dem Grundstück versickern.
  • gut. in deinem fall war ja mehr oder weniger offensichtlich klar.. die wollten das verhindern.
    außenbereich ist irgendwie motto.. nichts muss, alles kann.

    ich habe ja einfach son henne/ei problem.
    im prinzip müsste ich einen nachmieter finden solange der maler drin ist und dann bei einer zusage erstmal klären.. ob eine nutzungsänderung nötig ist oder nicht. und im falle von nein mir das schritlich geben lassen.
    erst dann könnte ich den maler kicken
  • Ich weiß nicht wie das Bauamt bei Euch tickt. Vielleicht sollte man da einmal vorsichtig vorfühlen.
    Vorschriften hin oder her, die Sachbearbeiter haben einen, wenn auch kleinen, Spielraum den sie nutzen können. Da kann es passieren, dass schon ein Wechsel des Sachbearbeiters zu einem ganz anderen Ergebnis führt. Ein neuer Sachbearbeiter hätte das damals vielleicht gar nicht genehmigt, und wird heute alles dafür tun um das wieder rückgängig zu machen. Da braucht man dann nicht auf Kulanz hoffen.
    Es kann aber auch umgekehrt funktionieren, dass ein neuer Sachbearbeiter deutlich kulanter ist.

    Oben wurden ja schon einige Punkte genannt die man im Auge behalten sollte. Niemand hier kann sagen, wann bei Euch eine Nutzungsänderung noch ohne Antrag durch geht. Es gibt K.O. Kriterien und eine Grauzone. Manchmal hilft einfach ein unverbindliches persönliches Gespräch. Man muss ja nicht gleich alles schriftlich fixieren.

    Einfach mal fragen, "was wäre, wenn es einen Mieterwechsel geben würde? "
    Ich hoffe mal Dein Maler ist nicht verwandt, verschwägert, verheiratet mit dem Bauamt.
  • Hallo Rabotti,

    ich habe den Thread erst jetzt gesehen und fasse Deine Angaben mal wie folgt zusammen:

    Die Nutzungsänderung für den Mahler folgte auf eine landwirtschaftliche Nutzung und war nach § 35 Abs. 4 Nr. 1 BauGB teilprivilegiert.
    Jetzt möchtest Du eine andere Nutzung. Die würde sich dann nach § 35 Abs. 2 BauGB richten und wäre nicht teilprivilegiert.
    Es ist bei uns im Bauamt wie es Ralf D. weiter vorne schrieb - sobald für die neue Nutzung andere Rahmenbedingungen gelten (anderes Verkehrsaufkommen, andere Arbeitszeiten etc.) wird es mit einer neuen Nutzung schwierig, es sei denn sie ist außenbereichsverträglicher als die bisherige Nutzung.

    Ich würde Dir empfehlen, Dich mal ganz unverbindlich im zuständigen Bauamt (Genehmigungsbehörde) beraten zu lassen. Dann kannst Du - wenn es aussichtsreich ist - einen Vorbescheidsantrag stellen. Dazu musst Du nicht unbedingt einen Architekten beauftragen - das darfst Du auch selbst machen. Du musst dazu die Antragsformulare (3-fach) ausführen, Dir einen amtlichen Lageplan besorgen, diesen kopieren, den betroffenen Gebäudeteil kennzeichnen, den kopierten und bearbeiteten Plan dreifach den Formularen beilegen und Fragen zu Vorbescheidsantrag stellen - etwa ob die gewünschte Nutzungsänderung bauplanungsrechtlich zulässig ist. Wenn am Gebäude etwas verändert werden soll, würde ich auch dazu fragen, ob das zulässig ist.

    So bist Du auf der sicheren Seite und erhältst eine rechtsverbindliche Auskunft vom Amt. Alles andere ist riskant - änderst du die Nutzung einfach und es passt dann nicht, hast Du möglicherweise auch das bisherige Baurecht verloren.
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • Richtig verstanden und vielen Dank für die Info. Klingt nach einem Plan

    Kann man denn auch eher einen eher generalisierten Vorbescheidsantrag anfragen ?
    Statt "Maler" also eher "Handwerker"
    ohne Änderung der Räumlichkeiten, Emissionen, BEtriebsfahrzeuge.
    Also mich an den Parametern aus der Betriebsbeschreibung der genehmigten Nuztzung orientiern?
  • Rabotti schrieb:

    Also mich an den Parametern aus der Betriebsbeschreibung der genehmigten Nuztzung orientiern?
    nein.

    denn, du möchtest eine nutzungsänderung beantragen.
    die paramater der ehemals genehmigten nutzung, kann man vielleicht
    am rande erwähnen, die sind aber nicht bestandteil einer baugenehmigungsfähigkeit.
  • Rabotti schrieb:

    Richtig verstanden und vielen Dank für die Info. Klingt nach einem Plan

    Kann man denn auch eher einen eher generalisierten Vorbescheidsantrag anfragen ?
    Statt "Maler" also eher "Handwerker"
    ohne Änderung der Räumlichkeiten, Emissionen, BEtriebsfahrzeuge.
    Also mich an den Parametern aus der Betriebsbeschreibung der genehmigten Nuztzung orientiern?

    Das wird wohl eher nicht klappen. Das Bauamt will schon konkret wissen, was 'rein soll.
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • schade, aber nachvollziehbar beim Thema "Handwerker", da dort die Emissionsvariantion sehr breit ist.
    Oft gibt es ja die Nutzung "Einzelhandel", womit man eine Menge abgedeckt hat.

    Ich brauche was allgemeineres fürs Büro.
    Statt Handwerker hätte ich da eh lieber eine Hausverwaltung oder einen IT Dienstleister oder sowas ähnliches:)
  • Ja, da hast Du zwar Recht, die Frage ist dann aber, wie stark das Gebäude für eine Büronutzung aus-/ umgebaut werden müsste. Ich gehe mal davon aus, dass das Gebäude für den Handwerksbetrieb einen eher geringen Ausbaustandard benötigt hat. Wenn Du den Standard für die gewünschte Büronutzung jetzt deutlich erhöhen musst, wird es auch schwierig.
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
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