Welche Wärmepumpe Luft / Sole

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Hi.

      Ich weiß, dass es keine Musterlösung gibt und die Frage immer wieder auftaucht, aber die Gespräche mit diversen Installateuren hat mich doch ein wenig verunsichert.

      Ich plane einen Neubau nach KFW 55 Standart und jetzt stellt sich die Frage, welchen Heizung verbaut werden soll. Aufgrund der Planung kommt ein zusätzlicher Kamin für die Wärmeerzeugung nicht in Frage, daher bleibt nur eine Wärmepumpe. Bisher war ich der Überzeugung, dass eine Sole WP für mich das ideale ist. Ganzjährig gleichbleibende Leistung und die Möglichkeit zu kühlen waren dabei die Hauptargumente. Dieser Meinung schlossen sich auch zwei Installateure an. Wobei ich nicht weiß ob diese davon wirklich überzeugt sind oder nur eine höhere Margen bei diesem System wittern.

      Ein anderer Installateur wollte mir dann erklären, dass eine Luft-Wärmepumpe eines deutschen Herstellers fasst gleiche COP Werte erreichen würde wie mit einer Sole WP. Dabei natürlich sehr viel weniger kosten anfallen würden, da keine Bohrung gemacht werden müsste. Die Möglichkeit der Kühlung würde dann natürlich wegfallen.

      Jetzt stehe ich wieder da, muss als Laie eine Entscheidung treffen und jeder erzählt was anderes. Hier noch mal Pro / Contra aus meiner Sicht für die einzelnen Heizsysteme.

      Sole WP:
      Pro:
      - ganzjährlich gleichbleibende Leistung
      - Möglichkeit der Kühlung
      Contra:
      - kosten (Anschaffung)
      - Vereisung Bohrloch

      Luft WP:
      Pro:
      - kosten (Anschaffung)
      Contra:
      - keine Kühlung

      Ich bin für jeden Beitrag dankbar. Wenn ich mich im Bekanntenkreis umgehört habe waren alle von ihrer Heizung begeistert. Wenn man dann mal genauer nachgehört hat, wurde dann immer das ein oder andere doch noch zugegeben, wass nicht so geklappt hat wie geplant.

      Wenn noch Daten benötigt werden, bitte einfach schreiben. Ich weiß nicht was für die Experten hier relevante Daten sind, daher habe ich es erst mal weggelassen.

      Danke und Gruß
      bb
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Also gleich vorweg, mit einer LWP kann man nicht den COP einer SWP erreichen, und somit auch nicht eine vergleichbare JAZ. Das ergibt sich allein schon aus der Tatsache, dass der Wärmetauscher einer LWP kleiner ist als bei einer SWP, und der Energieentzug bei Luft einen sehr hohen Durchsatz erfordert. Man beachte, die spez. Wärmekapazität von Luft ist gering. Im Vergleich zu Wasser beträgt diese nur ein Viertel, also ca. 1kJ/kg*K.
      Je nach Temperatur, Feuchte, kommt man auf etwa 0,33Wh/m³K. (Einheiten beachten).

      Hinzu kommt natürlich, dass eine SWP ganzjährig auf eine relativ stabile Quelle zurückgreifen kann, was zu einer bessere JAZ führt, denn tiefe Temperaturen mit denen eine LWP klar kommen muss, spielen für eine richtig dimensionierte SWP keine Rolle.

      Das Argument mit der Kühlung ist natürlich auch Unsinn, Klimaanlagen sind typischerweise "LWP". Wenn schon, dann müsste man hier präzisieren, also passive Kühlung wäre dann nicht möglich.

      Bei den Kosten ist entscheidend, mit welcher Quelle eine SWP arbeiten kann. Tiefenbohrungen sind üblicherweise unverhältnismäßig teuer. Ein Flächenkollektor, Graben o.ä. lässt sich bei entsprechender Grundstücksgröße meist einfacher und kostengünstiger erstellen.

      Aber bevor man anfängt zu "planen" muss zuerst einmal die Heizlast bekannt sein. Also Heizlastermittlung nach EN12831. Weiterhin Informationen zur WW-Erzeugung (Anzahl der Personen, Art und Anzahl der Zapfstellen) und ein paar Infos zum Grundstück. Es versteht sich von selbst, dass man auf einem 200m² Grundstück keinen 300m² Flächenkollektor unterbringen kann.

      Wenn alle Infos vorliegen, kann man beide Varianten genauer planen und die Kosten gegenüberstellen. Sollte beispielsweise die Investition bei der SWP tatsächlich sehr hoch ausfallen, dann kann man vielleicht die schlechtere JAZ einer LWP in Kauf nehmen, da der Heizenergiebedarf des Gebäudes sowieso gering ist. Vereinfacht gesagt, man spart vielleicht 5.000,- € hat aber nur jährliche Mehrkosten von 100,- €. Dann wäre die LWP im Vorteil, trotz schlechterer JAZ.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Welche Wärmepumpe?

      Die Funktion von Wärmepumpen wurde [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] so gut, und auch aus verschiedenen Perspektiven erklärt, besser kann ich es wohl auch nicht.

      Viele Interessenten fragen jedoch auch nach dem richtigen System, so dass ich hier mal ansetzen möchte.
      Für manche Systeme kann Ihnen der Heizungsbauer von seinem Lieferanten eine Lösung anbieten, einige Systeme erfordern jedoch spezielle Fachkenntnisse in der Kältetechnik und werden vom Heizungsbauer gar nicht angeboten, da diese Produkte von seinem Hersteller auch nicht produziert werden.
      Dadurch kommt es oftmals zu Verunsicherung beim Interessenten, teils weil der Heizungsbauer den Bauherren gerne betreuen möchte und teils weil sich Bauherren heute kritisch und umfassend informieren.

      Die grundlegenden Energieträger: Luft, Wasser, Erdreich werden in verschiedenen Wärmepumpen im Heizungswärme gewandelt. Dazu wird immer ein Anteil an elektrischer Arbeitsenergie benötigt. Je höher die JAZ der Wärmepumpe (WP), desto besser ist die Ausschöpfung der Umweltenergie. Eine JAZ 4 bedeutet: dass mit einem Teil elektrische Antriebsleistung 4 Teile Wärmeleistung erreicht werden. Mit einem KWh Strom erzeugen Sie 4 KWh Wärme.
      Da das Herzstück einer Wärmepumpe der Kompressor ist, der das Kältemittel soweit verdichtet, dass es in dem Wärmetauscher die erforderliche Heiztemperatur erzeugen kann, sollte Ihre künftige Wärmepumpenanlage optimal auf die Heizleistung Ihres Hauses abgestimmt werden. Muss der Kompressor sehr hohe Temperaturen erzeugen, benötigt er im Verhältnis zu niedrigeren Temperaturen auch mehr Energie, und die JAZ sinkt.
      Die Planung der Wärmepumpenanlage sollte bei einem Neubau gleich mit in die Hausplanung einbezogen werden. Nicht nur, weil Sie KEINEN Heizraum benötigt, sondern auch, damit die Heizflächen und die Hausdämmung optimiert werden können.

      Zu den derzeit geläufigen WP-Anlagen:

      Luft - Wasser
      Die Umweltenergie wird in einem Außenverdampfer der Luft entzogen, mit FBH und/oder Klimakonvektoren im Raum übergeben. Die Luft – Wasserwärmepumpe erreicht JAZ von ca. 3, mit Heizkörpern wird die JAZ schlechter. Sie sollte nach Möglichkeit NICHT mit Heizstab betrieben werden, da dadurch die JAZ weiter sinkt und ist somit in besonderes kalten Regionen nicht besonders zu empfehlen.

      Vorteile:

      - günstig in der Anschaffung
      - genehmigungsfrei
      - wartungsarm
      - gut geeignet bei Sanierungsmaßnahmen, Austausch von alten Heizungsanlagen
      - gut geeignet für Passivhäuser und sehr gut gedämmte Häuser
      - benötigt keinen Brunnen, keine Bohrung, keine Kollektorflächen

      Nachteil:
      - ungünstigere JAZ im Verhältnis zu anderen Systemen


      Wasser / Wasser
      Die Umweltenergie wird dem Grundwasser entzogen. Mit FBH und/oder Klimakonvektoren benötigen diese WP nur geringe Vorlauftemperaturen und erreichen JAZ von ca. 5, mit Heizkörpern wird die JAZ schlechter. Diese WP sollte keinen Heizstab besitzen und ist somit überall wo eine Grundwassernutzung möglich ist eine effektive Heizungsanlage.

      Vorteile:
      - gute JAZ
      - gut geeignet bei Austausch von alten Heizungsanlagen
      - sehr gut geeignet für Passivhäuser und sehr gut gedämmte Häuser
      - wartungsarm

      Nachteil:
      - genehmigungspflichtig
      - grundwasserabhängig
      - Grundwasserbrunnen erforderlich


      Erdreich / Wasser
      hier kommen verschiedene Lösungen zur Ausführung:
      1.) Erdkollektor mit Sole
      2.) Tiefenbohrung mit Sole
      3.) Erdkollektor mit Direktverdampfung
      4.) Tiefenbohrung mit CO2

      Das Prinzip unterscheidet sich im wesentlichen im Einsatz von Soleflüssigkeit im Erdkollektor und dem Einsatz eines kältetechnischen Arbeitsmediums (Kältemittel, das jeder auch von seinem Kühlschrank her kennt) um dem Erdreich die Umweltenergie zu entnehmen.
      Anlagen, die mit einem Kältemittel im Erdkollektor arbeiten erreichen von vorn herein bessere JAZ, als Anlagen, die mit Sole betrieben werden. Der Grund ist, das beim Einsatz von Kältemittel in den Kollektoren, das Kältemittel im Kollektor durch die Erdwärme verdampft, so das im Gerät ein Wärmetauschprozess (von Sole auf das Arbeitsmittel) entfallen kann und keine weitere Antriebsleistung (Brunnenpumpe, Solepumpe o.Ä.) erforderlich ist. Auf Grund dieser Effektivitätssteigerung der Anlagen, werden für einen gut gedämmten Neubau relativ wenig Kollektorflächen beim Einsatz der Direktverdampfung benötigt, allerdings benötigen Solebetriebene immer noch die 2 bis 2,5-fache Wohnfläche an Kollektorfläche.

      Bei Tiefenbohrungen ist die Dimensionierung der Bohrtiefe auch immer in Abhängigkeit mit der Entzugsleistung zu betrachten. So dass es auf Grund der hohen Bohrkosten hier immer sinnvoll ist einen gut gedämmten Neubau zu besitzen.

      Wärmepumpenanlagen in Direktverdampfung mit Direktkondensation = Kältemittel im Erdkollektor und in der FBH (bzw. im Heizkreis), werden künftig immer mehr auf den Markt kommen, da sie die Energie des Arbeitsmittels direkt in den Raum befördern und dadurch die Verlust, die bei der Übertragung der Wärme auf das Wasser der FBH entstehen entfallen. Weiterhin werden auch keine Umwälzpumpen mehr benötigt, da Thermodynamik und Kompressor das Arbeitsmittel eigenständig fließen lassen.
      Regelbar sind diese Anlagen auf der Übergabeseite mittels Magnetventilen an den Heizkreisverteilern. Eine Einzelraumregelung ist bei der Dimensionierung der Gesamtanlage mit von Beginn an einzuplanen, wobei der Dimensionierung der Heizkreise besonderes Augenmerk geschenkt werden muß.
      Momentan ist die CO2 Sonde noch in der Entwicklung. Da hier extrem hohe Drücke erforderlich sind, was wohl am CO2 als Kältemittel liegt, ist die Peripherie dieser Anlagen noch nicht ausgereift und einsetzbar .

      zu 1.) Erdkollektor mit Sole (Sole/Wasser)

      Vorteile:
      - gut geeignet für Passivhäuser und sehr gut gedämmte Häuser
      - benötigt keinen Grundwasserbrunnen, keine Bohrung,
      - gute JAZ ca. 4
      - nahezu wartungsfrei

      Nachteile:
      - Kollektorfläche vom 2 bis 2,5-fachen der Wohnfläche
      - genehmigungspflichtig


      zu 2.) Tiefenbohrung mit Sole (Sole/Wasser)

      Vorteile:
      - gut geeignet für Passivhäuser und sehr gut gedämmte Häuser
      - benötigt keinen Brunnen oder Grundwasser,
      - Auf kleinen Grundstücken möglich
      - gute JAZ ca. 4
      - nahezu wartungsfrei

      Nachteile:
      - hohe Bohrkosten
      - genehmigungspflichtig


      zu 3.) Erdkollektor Direktverdampfung und wassergeführter FBH (DV/W)

      Vorteile:
      - gut geeignet für fast alle Häuser
      - benötigt keinen Grundwasserbrunnen, keine Bohrung,
      - benötigt je nach Dämmung des Hauses einfache bis doppelte Wohnfläche als Kollektorfläche
      - sehr gute JAZ ca. 5
      - wartungsfrei
      - genehmigungsfrei

      Nachteile:
      - Kollektorfläche vom 0,8 bis 1-fache Wohnfläche bei Neubau und ca. 2-fachen der Wohnfläche bei Altbauten je nach Dämmstandard des Hauses
      - Einbau benötigt spezielle Wärmepumpenfachbetriebe oder Kälte- Klima Fachhandwerker


      zu 4.) Erdkollektor Direktverdampfung und FBH mit Direktkondensation (DK/DV)

      Vorteile:
      - gut geeignet für fast alle Häuser
      - benötigt keinen Grundwasserbrunnen, keine Bohrung,
      - benötigt je nach Dämmung des Hauses die geringste Kollektorfläche im Vergleich aller Systeme
      - sehr gute JAZ besser 5
      - wartungsfrei, ein komplett geschlossenes System, wie ein Kühlschrank.
      - genehmigungsfrei
      - sehr gleichmäßige Raumerwärmung, da das Arbeitsmittel immer an in den kältesten Bereichen der FBH kondensiert

      Nachteile:
      - Kollektorfläche vom 0,8 bis 1-fache Wohnfläche bei Neubau
      - Einbau benötigt speziell ausgebildete Wärmepumpenfachbetriebe oder Kälte- Klima Fachhandwerker
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Als Alternative zu den oben genannten gibt es noch als Abwandung zurm Flächenkollektor einen Grabenkollektor mit Sole bei entsprechender Grundstücksfläche. Kostengünstiger als eine Bohrung und wenn mit Eigenleistung hergestellt nochmal günstiger.
      Vorraussetzung auch hier die Heizlastberechnung nach DIN12831.
      Je geringer die Heizlast wird um so attraktiver wird die LWWP. Hier muss man sich nur vor Aufstellung der LWWP Gedanken machen wo und wie das Gerät aufgestellt wird (Lärmbelästigung des Nachbar).
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Letztendlich solltest Du Dir vom Heizungsbauer die Kosten für beide Alternativen geben lassen, dann kann man rechnen. Mit einem KFW55 Haus solltest Du eigentlich keine nennenswerten Heizkosten haben.

      Zum Vergleich, ich habe ein freistehendes KWF100 Haus (zugegebenermaßen im recht milden Rheinland) mit 140 m2 beheizter Fläche (Temperatur im ganzen Haus 22-23°). Mit der LWWP (die auch kühlen kann) habe ich Kosten von 59 € pro Monat (davon 10 € Grundgebühr, also 49 € Verbrauchskosten für Heizung und Warmwasser).

      Das Sparpotential mit einer Sole WP ist also recht begrenzt. Da mein Bauträger hierfür 12.000 € Aufpreis haben wollte, war das keine Alternative.
      Wenn ein Grabenkollektor auf Deinem Grundstück möglich ist, dann könnte das evtl. eine Alternative sein. Der Aufpreis sollte hier moderat sein.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Erst einmal vielen Dank für Eure Infos. Während ich dabei war mir die Berechnung der Heizlast zu gemüte zu führen sind hier schon jede Menge Infos eingelaufen, vielen Dank dafür.

      Ein Flächenkollektor fällt weg, da das Grundstück zum größten Teil mit Haus, Garage und Einfahrt verbaut wird, bleibt nicht genug Fläche übrig. Vielleicht schreibe ich hier einfach doch schon mal ein paar Daten hin, ohne die Heizlastberechnung durchgeführt zu haben. Ich entnehme die meisten aus dem KFW Antrag:

      Anzahl personen: 4-5
      Aufteilung: 3 Geschosse (Keller (komplett in der Erde), EG, OG, Speicher(Spitzboden))
      Wohnfläche: ca. 300m2
      Bezeizbares Gebäudevolumen: 1404,3 m3
      Wärmeübertragende Umfassungsfläche: 769,5 m2
      Gebaudenutzfläche: 449,4 m2
      A/V Verhältniss: 0,548 1/m
      Geschosshöfe: ca. 2.8
      Wärmeschutzberechnung Fensterfläche: 54,3 m2
      Wärmeschutzberechnung (Außen-)Türfläche 7,2 m2
      Jahres Primärenergiebedarf für das Neubauprojekt (Qp): 22,6 kWh/(m2a)
      Errechnete höchstwert Transmissionswärmeverlust Neubauprojekt(H'T): 0,239 W/(m2K)
      Wärmebrücken über differenzierten Nachweis: 0,024 W/(m2K)

      Vielen Dank für Eure Hilfe.

      Vielleicht hilfe noch was bezüglich Wandaufbau:
      Der Keller ist komplett aus WU-Beton((24 cm) drückendes Grundwasser) + 20cm Dämmung. EG + OG wird aus 24cm Hohlblock gemauert, mit 20cm Steinwolle gedämmt + 11,5cm Klinderfassade. Das Speicher wird oberhalb der Decke des 1. OG mit 20 cm Dämmung gedämmt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von big_blue ()

    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Achtung nur eine Überschlagsrechnung!!!!

      = H'T * A *(T wunschtemp - T normauslegungstemp)

      Bsp:
      H'T = 0,239 W/(m² K)
      A = 769,5 m² Hüllfäche Gebäude
      T wunsch. = 294 K = 21°C
      T normaus = 259 K = -14°C

      =0,239 * 769,5 * 35
      6,436 kW + Warmwasser + Lüftungsverluste = Heizlast

      Ersetz auf keinen Falle die korrekte Heizlastberechnung nach DIN En 12381
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      "flehmann" schrieb:


      Je geringer die Heizlast wird um so attraktiver wird die LWWP.


      Prinzipiell richtig, doch bei (sehr) hohen Heizlasten können SWP aufgrund der Investitionskosten für die Quelle unter Umständen völlig uninteressant werden. Das muss man halt genau rechnen. Bei Gebäuden mit 20kW, 30kW, 40kW, und mehr an Heizlast kann es sein, dass die Mehrkosten für den höheren "Verbrauch" aufgrund der schlechteren JAZ, weniger Bauchschmerzen bereiten als die Investitionskosten für eine adäquate Quelle für eine SWP.

      Im gewerblichen Bereich werden beispielsweise gerne LWP eingesetzt, trotz höherer Verbrauchskosten aufgrund schlechterer JAZ. Rechne mal ein Beispiel mit 200.000kWh thermisch p.a., einmal mit JAZ 4,5 und einmal mit 3,5. Die Differenz, beträgt ca. 12.700kWh el. p.a. für ca. 2.500,- €, dafür spart man sich eine Quelle die in der Lage sein muss 80kW WP zu bedienen. Allein für die notwendigen 10 Bohrungen, oder besser 1.000 Bohrmeter, müsste man irgendwas um die 60-80T€ auf den Tisch blättern, und nicht jedes Grundstück verkraftet 1 Kilometer an Gräben.

      Bei einem hoch wärmegedämmten EFH kann eine LWP sinnvoll sein, wenn der Preis dafür günstig ist, bzw. der Aufpreis für eine SWP unnötig hoch ist. Es gibt halt Anbieter die meinen man müsste sich damit schnell eine goldene Nase verdienen. Deswegen ist es wichtig, dass man anhand konkreter Angebote rechnet, denn was hilft mir ein Preis x wenn ich keinen Anbieter bekomme der mir zu diesem Preis eine WP installiert?
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      "flehmann" schrieb:


      6,436 kW + Warmwasser + Lüftungsverluste = Heizlast

      Ersetz auf keinen Falle die korrekte Heizlastberechnung nach DIN En 12381


      Das wäre auch die von mir bevorzugte Abschätzung. Dazu dann die Lüftungsverluste für 1.400m³ Gebäöudevolumen, immerhin auch in Richtung 4kW (was zeigt, dass eine KWL mit WRG vielleicht eine sinnvoll Investition wäre) und ob man zusätzlich noch Reserve für WW vorsieht, das könnte man anhand der Anzahl der Personen und Art der Zapdfstellen und deren Nutzung festlegen.

      Nachdem aber sowieso eine WP in der 10kW Klasse notwendig wird, wäre zu überlegen, ob es hier überhaupt eine Reserve für WW benötigt. Bei geringen Heizlasten ist der WW Anteil am Gesamtverbrauch deutlich höher als in diesem Fall. Bei einer LWP hätte man sowieso die meiste Zeit des Jahres Reserve, und man könnte sich auch noch Gedanken über einen Bivalenzpunkt machen (je nach Typ der LWP, Leistungskurven etc.). Da wäre dann zu überlegen, ob es sinnvoll ist, für die wenigen Stunden im Jahr einen el. Heizstab vorzusehen anstatt die LWP eine Klasse größer zu wählen.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      "big_blue" schrieb:


      Ein Flächenkollektor fällt weg, da das Grundstück zum größten Teil mit Haus, Garage und Einfahrt verbaut wird, bleibt nicht genug Fläche übrig.


      Also wenn ich mir Dein Bild (Lageplan) so anschaue, dann bleibt da eine Menge Fläche übrig die man nutzen könnte.
      Man sollte sich auch nicht so sehr an den Begriffen "Flächenkollektor" oder "Grabenkollektor" festbeißen. Im Prinzip ist es egal wie der Kollektor gestaltet wird, Hauptsache man kriegt genügend Rohr in den Boden (Wärmetauscherfläche) und man erschließt möglichst viel Boden, unter Einhaltung der Abstände zu Grenzen, Gebäuden, versiegelten Flächen natürlich..

      Ohne jetzt groß gezeichnet zu haben, sollte man auf dem Grundstück ca. 100m Graben buddeln können. Dann sagen wir mal 3 x 300m Rohr versenken, und schon hätte man eine Quelle für eine 10kW SWP.
      d.h. die grobe Abschätzung führt in meinen Augen zu dem Ergebnis, dass man tiefer in eine Planung einsteigen könnte.

      Solche Kollektoren haben den Vorteil, dass sie relativ tolerant sind was die Auslegung betrifft. Ob dann die Soletemperatur später ein Zehntel höher oder niedriger liegt, das spielt für die Praxis keine Rolle.

      Bekommt das Haus noch eine KWL mit WRG, dann liegt die Heizlast noch einmal niedriger als oben abgeschätzt, denn die Lüftungsverluste werden deutlich reduziert.Dann genügt vielleicht eine 8kW WP oder wer weiß, vielleicht noch etwas kleiner.
      Eine moderate Überdimensionierung wäre auch kein Beinbruch, aber das sind alles Dinge die man dann bei der Planung betrachtet.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Eine KWL mit WRG ist auf jeden Fall geplant. Ich werde heute Abend noch mal in den Plan schauen und die fläche für die Kollektoren berechnen. Ich komme in keinster weise auf die Werte von Euch. Die EInfahrt der Garage wird mit Pflastersteinen ausgelegt. Somit ist diese Fläche für die Kollektoren verwendet werden, oder? Wenn ich dann die 3m Grenzabstand einhalten muss, dann bleibt nur noch die Fläche vor der Überdachung. Mal schauen was dabei rauskommt, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

      Wir haben auch sehr schlechten Boden, irgendein Ton schluff oder wie das heißt und ab ca 1,5m Grundwasser. Keine Ahnung ob das gut oder schlecht für die Kollektoren ist.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      "big_blue" schrieb:

      Eine KWL mit WRG ist auf jeden Fall geplant.


      Na dann reduzierten sich die Lüftungsverluste auf vielleicht 1kW (je nach Effizienz der WRG).

      Was den Grenzanbstand betrifft, gibt es bei Euch dazu irgendwelche Vorgaben? Ansonsten wäre gut 1m ausreichend. Es geht darum, dass wenn Dein Nachbar auch einen Kollektor an der Grenze verlegt, dass sich die beiden nicht beeinflussen.

      Ich kann mich noch ganz dunkel an irgendwelche "alte" Vorgaben erinnern, wüsste aber nicht, dass diese heute noch angewandt werden.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Nein, da habe ich noch nicht angefragt, aber da ich mich schon mal bezüglich einer Bohrung erkundigt habe, meine ich was von 3M gelesen zu haben. Da wohl bei einem Borhloch dem Bodem im Durchmesser von 6m um das Bohrloch Wärme entzogen wird. Daher muss der Grenzabstand 3m sein, damit das Nachbargrundstück nicht belastet wird.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Also die 3m kommen m.W. aus einer anderen Ecke, für Bohrungen (also unterirdisch) wären es 5m, zumindest in Hessen (HLNUG fragen, siehe auch Leitfaden für Erdwärmebohrungen).
      Bei Kollektoren die min. 1m über dem mittl.Grundwasserspiegel liegen, gibt es wiederum Ausnahmen, aber was Hessen betrifft so bin ich da nicht auf dem aktuellen Stand. Ein Bekannter hat vor 2 Jahren in Hessen (irgendwo hinter Wiesbaden) einen Kollektor gebaut, da war der Abstand gar kein Problem. Es muss halt dargelegt, und unter Umständen auch nachgewiesen werden, dass ein Kollektor auf dem Nachbargrundstück der den gleichen Grenzwertabstand einhält, nicht negativ beeinflusst wird. Wasserrechtlich, bergrechtlich, gibt es sowieso kein Problem.
    • Re: Welche Wärmepumpe Luft / Sole

      Hi, wir haben am WE noch mal geschaut und es bleibt zu wenig Fläche für die Kollektoren. Ich hatte den Revisionsschacht und die Zisterne vergessen, die wir auch noch verbuddeln müssen, somit bleibt nicht mehr viel übrig.

      Ich werde mich jetzt mal an der Heizlastberechnung versuchen und mich dann noch mal melden.

      Danke für Eure Hilfe.
      BB