EnEV und Kombination feste Biomasse - Gas-Brennwerttherme

  • EnEV und Kombination feste Biomasse - Gas-Brennwerttherme

    Frage an die Energieberater:

    Ich habe gerade den EnEV-Nachweis (kein KfW xx) für ein EFH zu rechnen, wo ein Stückholzvergaserkessel und eine Brennwerttherme betrieben werden sollen. Hauptsächlich soll der Holzkessel betrieben werden, da die Eigentümer/Bauherren günstig an Holz kommen, die Therme ist nur als Reserveheizung gedacht.

    Leider gibt die EnEv nichts dazu her, welchen Anteil man für den Holzkessel ansetzen darf. Für Kaminöfen dürfen nach DiBT 10 % angesetzt werden, für größere Kessel habe ich nichts gefunden.

    Kennt jemand eine verbindliche Regelung für die genannte Kombination?
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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas
  • vielleicht hilft das?
    ich hatte mal für genau so einen Fall eine Anfrage an die KfW gestellt:

    Anfrage energieberater@kfw schrieb:

    Es geht um ein Wohnhaus, das im Heizraum im Keller zwei getrennte Zentralheizungskessel erhält: Einen Öl-Brennwertkessel und einen Scheitholz-Zentralheizungskessel mit Pufferspeicher. Beide werden parallel angeschlossen und betrieben. Beide Kessel sind so ausgelegt, dass diese jeweils allein das gesamte Gebäude beheizen könnten.
    Es geht also beim Scheitholz-Zentralheizungskessel nicht um einen handbeschickte Einzelofen, wie er im Merkblatt „Technische Mindestanforderungen“ zum Programm 153 mit einem maximalen Anteil von 10% genannt ist.

    Der Wunsch der Bauherrn ist, überwiegend mit Scheitholz zu heizen und den Ölkessel nur im Falle von Urlaub, Abwesenheit oder Krankheit in Betrieb zu nehmen.
    Wie kann ich den Anteil des Scheitholz-Zentralheizungskessel rechtssicher festlegen?
    Gibt es in diesem Fall eine „Verpflichtungserklärung“ der Bauherrn über den Holzanteil mit Aufbewahrung von Rechnungen? Nur was passiert, wenn gar keine Rechnungen für Holzlieferungen vorgelegt werden können, weil auch das Scheitholz in Eigenleistung im eigenen Wald geschlagen, aufbereitet und geliefert wird?

    Antwort energieberater@kfw schrieb:

    vielen Dank für Ihre Anfrage.

    Beachten Sie bitte ergänzend die "Liste der Technischen FAQ", die Sie auf den Seiten der KfW unter [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] und hier unter dem Reiter „Formulare & Downloads“ , „Merkblätter und Richtlinien“ finden.

    In Nummer FAQ Nr. 5.20 „Biomasse-Wärmeerzeuger, Berücksichtigung von zentralen Scheitholzkesseln“ heißt es hier:

    „Wird in einem Gebäude zusätzlich zu einem bereits vorhandenen Grundlast-Wärmeerzeuger, wie z. B. einem Gas/Öl-Kessel oder einer Wärmepumpe, als weiterer Grundlasterzeuger ein zentraler Scheitholzkessel mit ausschließlich indirekter Wärmeabgabe eingebaut, wie z. B. ein Scheitholzvergaserkessel, kann für den Scheitholzkessel ein maximaler Deckungsanteil von 70 % des Nutzenergiebedarfs für Heizung und Trinkwarmwasser angesetzt werden.“

    Beim Effizienzhaus-Nachweis in Ihrem Fall kann die von Ihnen beschriebene Anlage in Anlehnung an FAQ Nummer 5.20 abgebildet und ein pauschaler Deckungsanteil von 70% zur Berücksichtigung des Scheitholzkessels angesetzt werden.

    Der Energieträger „Holz“ darf nach FAQ Nummer 5.14 (Biomasse-Wärmeerzeuger, Berücksichtigung von Biomasse) jedoch nur dann in der Bilanzierung angesetzt werden, wenn der Scheitholzkessel nach Deklaration des Herstellers für den ausschließlichen Betrieb mit Biomasse (z. B. Holz) zugelassen ist.

    Ich hoffe, hiermit hilfreich gewesen zu sein und stehe Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

    Im Falle eines "normalen" EnEV-Nachweises ist es m.E. der Nutzer, der den Deckungsanteil festlegt. Daran muss er sich dann aber auch halten und dies ggf. belegen können (was im Falle einer Gasheizung im Nachhinein recht leicht wäre, er braucht nur die Abrechnung des Versorgers auswerten.