Was machen mit Waschbetonboden?

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  • Was machen mit Waschbetonboden?

    Hallo miteinander,

    wir Sanieren gerade eine Berufsschule aus den Siebzigern. In den Treppenhäusern liegt ein Bodenbelag aus Waschbeton (Boden und Stufen). Dieser ist im Eingangsbereich ins Freie weitergeführt.

    Variante I wäre ein Rückbau und ein neuer Boden. Variante II wäre eine Aufarbeitung des Belags bzw. eine Art Spachtelung und Belegung mit z.B. einem PVC oder Lino. Hat schon mal jemand etwas derartiges gemacht?
  • rausreissen, aufspachteln und bahnenware drauf bringt nichts. wenn sich die fugen der waschbetonplatten abzeichnen, dann kann das bis in den lino durchgehen.

    waschbeton war zu keiner zeit ein geeigneter bodenbelag.

    hast du schon eine kostenberechnung abgegeben? der spachtelauftrag kann sehr teuer werden.
    das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
  • Das ist ein größeres Ding und hier besteht Planungsbedarf. Ich kann Dir nur raten, einen Fachplaner für Betoninstandsetzung mit ins Boot zu nehmen, der Dich unterstützt.
    Als Diskussionsbasis für das Forum ist die Fragestellung zu komplex - hier geht es um Gebrauchstauglichkeit und Nutzungssicherheit (und um Regressionsansprüche, falls nach der Instandsetzung beispielsweise jemand auf der Treppe ausrutscht und zu Schaden kommt).
    Betontechnologie ist die Kunst, Steine in Wasser schweben zu lassen ... :)
  • wenn dieser treppenbelag einen begehbaren spachtelauftrag erhalten soll, sind randprofile erforderlich, die besonders befestigt werden müssen. an diese profile kann man dann mit dem fliessspachtel anarbeiten. meiner ansicht nach können diese profile nur geklebt werden, dübel in waschbetonplatten sind eine besondere nummer. kleben halte ich für keine dauerhafte lösung im schulbetrieb.

    mein rat - runter mit dem zeug und zeitgemässe werksteinplatten verlegen lassen.
    das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
  • Wenn ich das richtig sehe, sind doch das Winkelstuden als Formteile.
    Ich würde die nicht nur aus Gründen der Vorarbeit der Oberfläche austauschen. Wer weiß, wie die Dinger unten drunter aussehen.

    Off-Topic:
    Ich hasse mit Lackfarbe gestrichenen Sichtbeton in Brettschalungsoptik. Eines der schlimmsten architektonischen Verbrechen des Schulbaus der 70er Jahre. Einziger Vorteil: Absolut vandalenresistent (ausser Ed***g)
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • Was soll denn als Oberbelag später drauf sein?

    Was auch immer es ist, es wird einer gewissen Auftragsstärke bedürfen., 2mm Spachtelmasse werden da sicher nicht reichen.

    Zugegeben: Ist jetzt nicht mein "Fachgebiet" aber ich würde da eine mehrere cm starken Auftrag erwarten.

    Und dann passt nichts mehr. Türen. Treppen. Nichts.

    Daher würde ich auch über Rückbau des Belages nachdenken. Diese recht üppige Höhe kann man dann mit einem anderen Material auffüllen (Betonwerksteinplatten, Natursteinplatten,...).

    Nachtrag: Der gestalterische Grund war ja bisher (vermutlich), dass der Boden von innen nach außen durchgehend aus einem Material bestand. Insofern wäre das hinterher nicht mehr der Fall. Wäre es aber in beiden Varianten nicht (Rückbau vs. Linobelag + Spachtelung).

    Zweiteres führt aber in jedem Fall zu einem höheren FB-Aufbau!
  • Die Waschbetonelemente sehen aus wie Fertigteile. Ich fürchte da wird ein Abfräsen / Abschleifen als mögliche Untergrundvorbereitung schnell zu "Ausbau" führen.

    Noch ein Tipp für die Ausschreibung: Für die Anforderungen an die Oberflächen entweder konkrete Vorgaben machen (sofern bekannt) oder verweisen auf:
    - DIN 58125:2002
    - Schulbaurichtlinie

    - UVV/GUV/BGI-Anforderungen

    - ggf. Vorgaben der Unfallkasse (LUKN)

    Falls vor den Eingängen Gitterroste zum Einsatz kommen, dann auch Unfallverhütungsvorschrift BGI GUV-I 588-1 beachten (Maschenweite 10mm)
    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)
  • Mal provokant gefragt: Warum lässt man nicht den Status quo? Sind irgendwo Schäden - außer dass es für die Augen krebserregend ist? ISt der Belag rutschig oder aus welchem Grund möchte man den entfernen, außer natürlich dem ästhetischen (und der Tatsache, dass der sich sicher schlecht reinigen lässt)
    Nothing is forever, except death, taxes and bad design
  • Erst mal danke für die Meinungen. Es ist nicht nur das Treppenhaus, sondern auch das Foyer und der Eingangsbereich mit diesem Belag ausgelegt. Das ganze Gebäude ist ein Konglomerat aus verschiedenen Bauabschnitten und wir möchten dem Ganzen ein neues, in sich stimmiges Gesicht geben. In den Fluren und Klassenzimmern bekommen wir einen Vinylbelag auf Zuckerrübenbasis :D . Unser externer Planer hat auch noch keinen brauchbaren Vorschlag liefern können. Ich sage ja auch nicht, dass ein Austausch keine Option ist...

    Trotzden hätte mich interessiert, ob schon jemand Erfahrung mit einer Aufspachtelung und neuem Oberbelag gemacht hat.
  • ich denke, egal was da drauf soll, wird bei einer Spachtelung der vorhandenen Platten jeder Handwerker noch vor Beginn der Arbeiten Bedenken wegen des unbekannten Fußbodenaufbaus und des möglicherweise nicht bekannten Haftverbunds anmelden. ggf. auch wegen nciht vorhandener Abdichtung etc.

    ich bin in solchen Fällen immer ein ganz großer Freund von "Rückbau auf Rohbau" ;)
  • Anda schrieb:

    Mal provokant gefragt: Warum lässt man nicht den Status quo? Sind irgendwo Schäden - außer dass es für die Augen krebserregend ist?
    finde ich auch..... :D
    das schaut doch noch gut aus.
    so krebserregend ist es nun auch nicht.
    sind halt 70`/80` er jahre.

    mit der kohle ließe sich bestimmt etwas
    sinnvolleres veranstalten.
    ---------- 18. November 2016, 13:50 ----------
    je länger ich die bilder betrachte, umso
    mehr gefällt mir der status quo.

    das ist eine ehrliche baukonstruktion, weshalb
    sollte man sie mit einem neuen bodenbelag "aufhübschen"?

    ich würde eher mal einen maler duch die gänge huschen
    lassen, für ein neues anstrichkonzept.
    - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
  • Thomas B schrieb:

    R.B. schrieb:

    Vielleicht lässt sich der Boden schwer reinigen?
    Ja...vielleicht.
    Andererseits: 40 Jahre ging's bisher (+/-). Das kann ja jetzt nicht so ein Thema sein, oder?

    Vielleicht wird das Thema auch schon jahrelang auf die lange Bank geschoben, und soll jetzt endlich mal angepackt werden.
    Vielleicht gab´s bisher dafür kein Geld im budget, und jetzt wurde endlich etwas frei gemacht.

    Es sind viele Gründe denkbar. Wenn das jetzt angepackt werden soll, dann würde ich nicht darüber nachdenken, den Boden noch weitere Jahrzehnte zu belassen.
  • Manfred Abt schrieb:

    sowas kann man doch bestimmt heute auch noch herstellen
    Manfred, ich glaube, da überschätzt Du die Estricheinbringer heutiger Tage.

    Ich habe vor über 10 Jahren bei 2 BV Waschbeton geplant. Einmal ein kleines Podest in Leinekies (Anpassung an die bestehende Substanz) und einmal eine Rampen/Freitreppenkonstruktion mit gebrochenem Splitt (Denkmalschutz - Anlehnung an die früher vorhandene Spittdecke).

    Das war beide Male eine richtige Aktion, dafür ausführende Firmen zu kriegen.

    @Christian Wolz
    Ich sehe auf dem Bild auch innen irgendwelche Fugen. Wenn man die Fläche jetzt glatt macht und mit Bahnenware belegt, sehe ich ein gewisses Risiko, das die irgendwann durchkommen.
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen