Pfettenköpfe - diverse Ausführungsmöglichkeiten

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    • Pfettenköpfe - diverse Ausführungsmöglichkeiten

      Man sieht sie bei uns landauf - landab. Vornehmlich bei Häusern jüngeren Datums, so etwa Anfang der 2000er Jahre: auskragende Pfettenköpfe.

      Diese finden sich (wiederum beispielhaft bei uns -woanders mag es anders aussehen) ausschließlich bei BT-/ GU-/ GÜ-Häusern. Bei Häusern, die aus Architektenhand stammen, konnte ich so etwas bisher nicht finden.

      Letztendlich muss man aber unterscheiden.

      Auskragende Pfettenköpfe können notwendig sein. Zum Beispiel bei einem recht großen Dachüberstand auf der Giebelseite.



      Ob einem so ein großer Dachüberstand nun gefällt oder nicht: ganz ohne jedwede tragende Unterkonstruktion wird es nicht gehen.

      Wird dieser Überstand aber kleiner, so muss die technische Notwendigkeit hinterfragt werden. Dann nämlich wird das "Feature" zu einem Problem.

      Grundsätzlich soll die Fassade dicht sein. Da werden Dichtbänder verwendet, Gewebespachtelungen eingebracht...alles damit man eine homogene und dichte Oberfläche erzeugt. Diese dient natürlich dem Witterungsschutz der darunterliegenden Konstruktion, aber auch -und dies wurde mit der Zeit immer wichtiger- der Herstellung einer dampfdichten Fassade.

      Löcher in einer solchen Fassade bedürfen immer einer sorgfältigen Betrachtung. Was für ein Aufwand wird schließlich bei Fenstern betrieben (Schlagwörter: RAL-Abdichtung, Schlageregendichtheit, Dampfdichtheit).

      Anderenorts aber werden dann aber -zumeist sinnfrei!- Bauteile in einer Art und Weise verbaut, die diesen Ansprüchen diametral entgegengesetzt sind.

      Eine solches durchbindendes Bauteil, welches auf Grund seiner Beschaffenheit nicht dicht angeschlossen werden kann, ist konstruktiv schlichtweg falsch. Zudem werden ohne Not Bauteile der Witterung ausgesetzt, die besser hinter der schützenden Fassade aufgehoben wären. Ist der Dachüberstand also klein, bedarf es keines Flugsparrens und somit auch keiner durchbindenden Pfette, so betrachte ich eine solche Konstruktion als grundsätzlich fehlerhaft, weil die der Fassade zugedachten Eigenschaften nicht herstellbar sind.

      Beispiele:

      Pfette mit Mini-Überstand. Rissig, Spuren der Holzschutzlasur an der Fassade.



      Firstpfette. Dichte Bauteilanschlüssen? Wo denn?



      Lobenswert: Holzschutz des Hirnholzes. Schön sieht das aber wirklich nicht aus.

      BSH mag eine Versuch sein, dem Reißen und Verdrehen zu begegnen. Ganz lassen sich Auswirkungen auf die Fassade aber auch nicht unterbinden:





      Pfettenköpfchen mit Vogelabwehr.

      Es geht auch tierfreundlicher:



      Wie...? Holz verdreht sich nicht?

      Ich würde sagen: Doch!



      (Nein....kein Photoshop...wirklich nicht!)

      Letztes Beispiel: Ein mächtige Pfette ruht auf einem zarten Fenstersturz. Toll, was Statiker so alles rechnen. ;)


      Wie auch immer man so etwas im Detail auszubilden versucht: es wird nicht funktionieren, weil das Holz als Baustoff da einfach nicht mitspielt.

      Von daher: durchbindende Bauteile tunlichst vermeiden.
    • Thomas B schrieb:

      Grundsätzlich soll die Fassade dicht sein. Da werden Dichtbänder verwendet, Gewebespachtelungen eingebracht...alles damit man eine homogene und dichte Oberfläche erzeugt. Diese dient natürlich dem Witterungsschutz der darunterliegenden Konstruktion, aber auch -und dies wurde mit der Zeit immer wichtiger- der Herstellung einer dampfdichten Fassade.
      Die Fassade , sollte eigentlich nur Winddicht sein, wir wollen doch keine Tropfsteinhöhlen.

      Eine wirklich schöne Zusammenstellung.

      Leider lassen sich solche Flugsparren nicht immer vermeiden.
      Mal als Beispiel, 24er Mauerwerk und noch 20 cm Dämmung und noch 20 cm Dachüberstand + Abstand Sparren innen zur Giebelmand ein bischen Putz . Und schon steht die Latte über den Streichsparren 70 cm+ über, das geht natürlich nicht.

      Diese Durchdringungen müssen dann eben sorgfältig geplant und ausgeführt werden.
      Diesem Problem wird im Holzrahmenbau vermutlich noch mehr an Beachtung geschenkt, einfach schon aufgrund der Elementierung.
      Oftmals sind diese großen Dachüberstande einfach nur Kundenwünsche , weil der Kunde das eben schick findet.
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Thomas - hattest du schieflage beim fotografieren des vorletzten bildes oder hat die pfette schieflage?

      da die pfette gut eingeputzt ist, muss die schieflage von anfang an vorhanden sein.
    • Gast1234 schrieb:

      da die pfette gut eingeputzt ist, muss die schieflage von anfang an vorhanden sein.
      Das ist richtig. Zwar gibt es Putzabplatzungen an den Ecken, die Pfette scheint sich also auch nach dem Verputzen bewegt zu haben. Die Schieflage aber war sicherlich schon vor dem Verputzen vorhanden.

      Und: ich stand gerade. Das Teil ist wirklich derart krumm und schief.

      Werde auch weiterhin die Augen offen halten und besonders drastische Beispiele einstellen.
    • AndyG schrieb:

      Mal als Beispiel, 24er Mauerwerk und noch 20 cm Dämmung und noch 20 cm Dachüberstand + Abstand Sparren innen zur Giebelmand ein bischen Putz . Und schon steht die Latte über den Streichsparren 70 cm+ über, das geht natürlich nicht.
      Stimmt so nicht. Das geht schon, auch ohne Verforumungen nach X Jahren. Dazu gehört nur eine etwas aufwendigere Ausgestaltung der Ortgangskonstruktion. Damit es am Ende eben nicht zu Hängeohren führt oder aber zum Abkippen des Ortgangs. Da kann man ja vielfach optimieren. Ich würde mal sagen in der Regel ist das ein Problem der Schnittstellenkoordination. Gerade bei WDVS . Bei einer VHF als Fassadendämmung ist es ja relativ einfach. Unser Stefan Ibold, hatte zur Ortgangsausbildung mal ein nettes PDF veröffentlicht. Ich glaube "Hängepartie" oder so ähnlich war die Überschrift.

      Hier oben im Norden siehst du Flugsparren besonders häufig bei Bauten um die 1900 - 1950 - keine Ahnung ob die alle mal saniert wurden. Viele davon sehen aber noch recht passabel aus. Ob es an der Qualität des Holzes liegt?
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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