Neubau, Kellerbelüftung: gibt es hierzu Richtlinien oder Normen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neubau, Kellerbelüftung: gibt es hierzu Richtlinien oder Normen?

      Hallo liebe Experten.

      Ich habe wieder mal eine technische Frage. Und zwar sind beim Bau unsere Kellerfenster so ausgeführt worden, dass die Lichtschächte von oben durch Plexiglas-Scheiben abgedeckt sind. Zwischen den Plexiglasscheiben und der Hauswand sind kleine Lüftungsschlitze vorhanden (ein Foto davon reiche ich am WE nach). D.h., dass selbst wenn man die Kellerfenster voll öffnet, kann man den Keller nicht Stoßlüften, da die Luft erst durch die Lüftungsschlitze in der Abdeckung der Lichtschächte durch muss.

      Bei der Hausabnahme hat unser SV bemängelt, dass die Lüftungsschlitze zur Belüftung des Kellers nicht ausreichen. Der Bauträger hält dies für keinen Mangel. Daher möchte ich euch fragen, ob euch irgendwelche Normen oder sonstige a.R.d.T . zum Thema "Kellerbelüftung beim Neubau" bekannt sind.

      Grüße,
    • neben der nutzung
      ... wie wurde belichtung + belüftung geplant?
      auch abstell- und kellerräume müssen belüftet werden.
      ... man kann kellerräume auch ohne fenster bauen, aber die belüftung sollte durch raumverbund, oder lüftungsanlage, notfalls durch sogar einzellüfter irgendwie ermöglicht werden.
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
    • Frag Deinen BT/ doch mal nach nach dem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 :whistling: :whistling:

      In der Norm steht

      DIN 1946-6 schrieb:


      4.1Allgemeines
      Für neu zu errichtende oder zu modernisierende Gebäude mit lüftungstechnisch relevanten Änderungen ist ein Lüftungskonzept zu erstellen. Das Lüftungskonzept umfasst die Feststellung der Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen und die Auswahl des Lüftungssystems. Dabei sind bauphysikalische, lüftungs- und gebäudetechnische sowie auch hygienische Gesichtpunkte zu beachten.
      Das Lüftungskonzept sollte unter Beachtung der lüftungstechnischen Situation der gesamten Nutzungseinheit erstellt werden, weil jede lüftungstechnische Maßnahme in einer Nutzungseinheit immer auch Auswirkungen auf alle anderen Räume der Nutzungseinheit hat. Das gilt auch, wenn nur einzelne, z. B. fensterlose Räume, mit einem ventilatorgestützten Lüftungssystem gelüftet werden sollen. Die Luftdichtheit bzw. Luftdurchlässigkeit der Hüllkonstruktion der gesamten Nutzungseinheit ist zu beachten.

      Wird er nicht haben, aber ins Stottern bringen kann man ihn damit ganz sicher.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:

      Wird er nicht haben, aber ins Stottern bringen kann man ihn damit ganz sicher.
      Vorher aber Vertrag prüfen, bevor man Normen reitet und den Kampf auf dem falschen Schlachtfeld führt.

      In den drei GÜ-Baubeschreibungen, die ich im letzten halben Jahr gelesen hab, stand jeweils irgendwo mittenmang "Die Erstellung des Lüftungskonzeptesliegt im Ermessen des Auftraggebers und ist nicht im Auftrag enthalten".
      Scheint sich rumgesprochen zu haben.

      Selbst wenn das beim TE nicht der Fall ist (demnach ein Lüftungskonzept zu erstellen wäre), besteht es in diesem Fall ja quasi aus einem Satz "Der erforderliche Mindestluftwechsel wird in den Wohnräumen durch die Lüftungsanlage sichergestellt, siehe weitergehende Unterlagen der Lüftungsanlage".

      Das kann der /BT sicherlich schnell nachliefern, wenn man ihn dazu nötigt.


      Darüber hinaus: gilt DIN-1946-6 nicht nur für Wohnräume? Können also spezielle Anforderungen für Lagerräume im Keller gar nicht daraus abgeleitet werden?
      Wenn man den Satz "Das Lüftungskonzept sollte unter Beachtung der lüftungstechnischen Situation der gesamten Nutzungseinheit erstellt werden" minimalistisch auslegt (und das wird der tun), reicht doch für die Keller im wesentlichen der Nachsatz: "Die Kellerräume beeinflussen den geplanten Mindestluftwechsel in den Wohnräumen nicht negativ".

      Dann wurde formal nach DIN die gesamte lüftungstechnische Situation beachtet. Wie würdest du dieses Lüftungskonzept dann juristisch als mangelhaft einstufen können?
    • Ich sehe keine normative Erfordernis, für Lagerräume im Keller eine wie auch immer geartete Lüftung nachzuweisen.
      Wenn die Plexiglasscheiben Schlitze haben, dürfte ein Kippen der Fenster in der kühlen Jahreszeit völlig ausreichen und auch im Sommer sollte nicht viel passieren. Muss man halt im Auge behalten.
      Wenn alle unsere Keller, bei denen die Fenster Sommer wie Winter auf Kipp sind, schimmeln würden, hätten wir ein Riesenproblem.
      Ich glaube hier wird viel zu viel voneinander abgeschrieben ohne eigene Expertise zu haben.
      Wenn der Feuchteanfall im Keller über Gebühr hoch ist, muss sich der Nutzer Gedanken machen.




      Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



      M.G.Wetrow
    • ja, aber letztendlich muss der ein funktionierendes Gebäude abliefern. Dies bedeutet auch, dass ein Mindestluftwechsel eingehalten werden kann (Feuchteschutz). Dies betrifft auch Kellerräume. Mit Hilfe des Lüftungskonzeptes hat doch auch der Unternehmer die Sicherheit, dass ein ausreichender Luftwechsel bei umgesetzten Maßnahmen gegeben ist.

      Taucht jetzt im Keller Schimmel auf, dann hat doch der Planer ein Problem. Da würde ich den Satz:

      bliblablub schrieb:

      Die Kellerräume beeinflussen den geplanten Mindestluftwechsel in den Wohnräumen nicht negativ
      umdrehen und sagen: "Der geplante Mindestluftwechsel in den Wohnräumen führt nicht zu einem notwendigen Luftwechsel in den Kellerräumen".

      In der DIN 1946-6 umfasst der Begriff Nutzereinheit auch Einfamilienhäuser. Da gehört meiner Meinung dann auch der Keller dazu. Demnach sollten die Räume dann auch in dem Konzept auftauchen.

      In den Wohnräumen kann man ja auf die freie Fensterlüftung verweisen, da die aber in dem vorliegenden Keller nicht möglich ist, sehe ich das durchaus kritisch.

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Wie soll der Nutzer denn deiner Meinung nach die Luftqualität beeinflussen. Gerade nach dem Bau ist ja mit erhöhter Feuchte zu rechnen.
      ---------- 26. Oktober 2016, 12:29 ----------

      ThomasMD schrieb:

      Ich sehe keine normative Erfordernis, für Lagerräume im Keller eine wie auch immer geartete Lüftung nachzuweisen
      Solange es funktioniert sicher. Wo kein Schimmel, da kein Kläger ;)
    • J.B. schrieb:

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Wie soll der Nutzer denn deiner Meinung nach die Luftqualität beeinflussen. Gerade nach dem Bau ist ja mit erhöhter Feuchte zu rechnen.
      Dass es bei nicht hinreichender Lüftung Probleme geben kann, möchte ich nicht bestreiten.

      In diesem Thread geht es ja aber darum, wie der TE den zu weiteren Maßnahmen ermuntern kann. Nach meiner Erfahrung (eigene und die der Nachbarn, sicherlich nicht repräsentativ) geht dies nur mit juristisch sattelfesten Argumentationen und Nachweisketten.

      Sagen wir der erstellt nach Aufforderung ein Lüftungskonzept in dem er schreibt:
      "Die Kellerräume sind als Lagerräume mit einer Aufenthaltsdauer von max 10min/d geplant. Die Kellerräume werden bei Bedarf manuell durch die vorhandenen Fenster gelüftet."
      Ich gehe davon aus, dass der TE gegen den ersten Satz aus vertraglicher Sicht keine große Handhabe haben wird.

      Wie würdest du dieses Lüftungskonzept als mangelhaft (im juristischen Sinne) zurückweisen?
      Evtl. bekommst du das durch Berechnungen sogar hin - dann müsste der TE aber zunächst einen Gutachter beauftragen, der ihm irgendwie rechnerisch unterstützt damit er das nächste stichhaltige Argument gegen den hätte?

      Und gehört in ein allgemeines Lüftungskonzept auch das einmalige Problem der noch vorhandenen Baufeuchte überhaupt rein? Hier gehe ich davon aus, dass der wohlwollend empfiehlt Entfeuchter aufzustellen.
    • Ich tue mich schwer hier konkrete Handlungsempfehlungen auszusprechen. Hierzu fehlen auch zu viele Infos (Vertragsdetails, Kellernutzung, etc.). Das sehe ich so wie du.

      Ich würde es auch so wie Ralf versuchen. Auf jeden Fall mit dem darüber sprechen. Ein Sachverständiger scheint ja schon beauftragt worden zu sein (zur Abnahme). Hat der Sachverständige seine Bedenken dem denn mitgeteilt und wie hat der reagiert?

      Technisch ist das gar nicht so einfach. Je nach Lage der Fenster und Lüftungsschlitzen kann es durchaus zu einer ausreichenden Belüftung reichen. Das kann man nur nach genauer Bestandsaufnahme vor Ort bewerten.

      Die Nutzung eines Kellers kann variieren. Ich kenne viele Keller in denen die Waschmaschine und der Trockner steht. Häufig wird sogar die Wäsche dort getrocknet (gerade im EFH).

      Klar, in einem Lagerraum kann ja sogar eine erhöhte Feuchtigkeit erwünscht sein (z.B. Obstlager). Das ist also sehr individuell zu bewerten. Wenn ich aber als z.B. Waschmaschinenplätze im Keller vorsehen würde, dann würde ich mir da schon über eine Belüftung Gedanken machen.

      In das Lüftungskonzept gehört nicht die Baufeuchte. Da bin ich gerade überfragt, ob es statthaft ist, bis zur Ausgleichsfeuchte Entfeuchter einzusetzen. Die Dinger brauchen ja auch Strom.
    • baufeuchte ist nun auch nicht die einzige möglichkeit feuchtigkeit in einen keller zu bekommen.

      nur als denkanstoß:
      temperierung ohne heizung über raumverbund, angrenzende räume...
      kondenswasser woher auch immer, ...taupunkte an wärmebrücken
      diffusion über außenbauteile, dampfdruckgefälle

      muffige kellerräume gibt es auch bei schlechten/garkeinen lüftungskonzepten, aber da mal drüber nachdenken hätte auch einem GU angestanden, selbst, wenn er die verantwortung an den BH weiterreicht.

      da es schon eine lüftungsanlage gibt, hätte man den keller mit integrieren können.

      wahrscheinlich kam die idee mit der lichtschachtabdeckung vom GU nachträglich und das mit sicherheit in guter absicht.
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
    • J.B. schrieb:

      ThomasMD schrieb:

      Ich sehe keine normative Erfordernis, für Lagerräume im Keller eine wie auch immer geartete Lüftung nachzuweisen
      Solange es funktioniert sicher. Wo kein Schimmel, da kein Kläger ;)
      gibt es da eine rechtsprechung zu?

      mir ist es auch das neuste, dass für lagerräume im keller,
      ein lüftung/-konzept nachzuweisen wäre.
    • bevor´s noch weiter in alle richtungen geht, wüsste ich gerne, ob einigkeit besteht, dass der bt/ /tü relativ billig ein für nutzräume passendes lüftungskonzept nachliefern könnte?


      wahrscheinlich nicht .. :P


      wurde schon mal gefragt: wofür sollen die plastescheiben sein? stabile roste werden wohl sowieso vorhanden sein?
    • mls schrieb:

      wurde schon mal gefragt: wofür sollen die plastescheiben sein? stabile roste werden wohl sowieso vorhanden sein?
      regenschutz halt. entwässerung gespart.
      als eyecatcher wird er die plastescheiben nicht montiert haben.

      oder dass man mit stöckelschuhen drüberlatschen kann?... :D
    • Baumal schrieb:

      als eyecatcher wird er die plastescheiben nicht montiert haben.
      Vor allem nicht, wenn diese in ein paar Jahren die Spuren der Witterung aufweisen (Dreck, Sand, Kratzer, Risse, weil die doofen Kinder beim Spielen wieder draufgelatscht sind,....)

      Wahrscheinlich (ziemlich ganz fast sicher) Wasserabweiser weil LS druckwasserdicht und keinen Ablauf haben.

      Dennoch frage ich mich, ob es dann am Ende nicht klüger gewesen wäre auf diese Fenster zur Gänze zu verzichten. Fenster, die faktisch nicht zum Lüften benutzt werden können...ist im KG ohnehin schon eher schwierig...aber so....
    • Thomas B schrieb:

      Baumal schrieb:

      als eyecatcher wird er die plastescheiben nicht montiert haben.
      Wahrscheinlich (ziemlich ganz fast sicher) Wasserabweiser weil LS druckwasserdicht und keinen Ablauf haben.
      vermutlich sehr sicher.....
      was kostet ein LS mit einem vernüftigen ablauf?

      was kostet eine plastescheibe? die werden schon für
      70€ inklusive montage angeboten.

      das ist doch nur eine notkrücke- verkäufergeschwätz, die verkauft wird:
      "bei starkregen sind sie auf der sicheren seite, es wird
      kein laub eindringen, klein tiere auch nicht, deshalb
      wird es nie müffeln." (im lichtschacht, ohne ablauf.... :D )

      mir wäre es das neuste, das lichtschachtabdeckungen
      bei GU `s das neuste wären, um ihren kunden etwas
      gutes tuen zu wollen und auf ihren gewinn verzichten.....
    • Off-Topic:
      Wo packt ihr denn das Regenwasser hin, wenn UK Lichtschacht unter der Druckwasser führenden Schicht ist und Entwässerung auf dem Grundstück und nicht in der Kanalisation zu erfolgen hat?

      Bei uns hat der selbst beauftragte Bauüberwacher/Architekt auch zur "Verkäuferbilligvariante" geraten weil seiner Erfahrung man sich eher nicht ne Hebeanlage nur für die Kellerlichtschächte anschafft und auf die jährliche Wartung des Rückstauventils
      in der Regel auch keiner Lust hat (und das dann schnell ein riesen Problem wird , wenn man da nachlässig ist ).

      Wie viel Mehrkosten je Lichtschacht entstehen denn bei einer 'ordentlichen' Lösung wenn man besser sein will als 'Druckwasserdicht ohne Ablauf mit Plastescheibe oben drauf'
    • bliblablub schrieb:

      Bei uns hat der selbst beauftragte Bauüberwacher/Architekt auch zur "Verkäuferbilligvariante" geraten weil seiner Erfahrung man sich eher nicht ne Hebeanlage nur für die Kellerlichtschächte anschafft und auf die jährliche Wartung des Rückstauventils
      in der Regel auch keiner Lust hat (und das dann schnell ein riesen Problem wird , wenn man da nachlässig ist ).
      Taj - dann passt der zu Deinem Nicknamen!
      Blablablub!

      Unterhalb der Rückstauebene anfallendes Regenwasser ist GRUNDSÄTZLICH und NUR über eine Hebeanlage abzuführen. NIX DA Rückstauventil!!!
      Egal ob Versickerung auf eigenem Grundstück oder Anschluß an den Strassenkanal!

      Da muss es schon arg bergab gehen, damit die LiScha Sohle oberhalb der Rückstauebene liegt.

      Diese dämlichen Plasteplatten sind kein Schutz vor Stau im druckwasserdichten Lichtschacht! Die sind nämlich nicht druckwasserdicht angeschlossen und können gerade von Tauwasser, aber auch grösseren Starkregenereignissen wunderbar hinterlaufen werden!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • bliblablub schrieb:

      Wie viel Mehrkosten je Lichtschacht entstehen denn bei einer 'ordentlichen' Lösung wenn man besser sein will als 'Druckwasserdicht ohne Ablauf mit Plastescheibe oben drauf' [/offtopic]
      pauschal sehr, sehr schwer zu beantworten...

      wenn die rückstauebene vom lichtschacht
      probleme macht, dann hast du ganz andere probleme, da nützt dir
      eine plexiglasabdeckung nix mehr.
      ein wenig laub, oder kleintiere machen den kohl auch nicht
      mehr fett.

      diese abdeckungen sind eine krücke, können sie auch
      nur sein. wie so lesebrillen, die es auch im supermarkt
      für 3.99€ zu kaufen gibt.

      lesen kann ich für den moment vielleicht schon,
      aber auf dauer ist das nix, kann auch nicht gesund für
      die augen sein.
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:

      Unterhalb der Rückstauebene anfallendes Regenwasser ist GRUNDSÄTZLICH und NUR über eine Hebeanlage abzuführen. NIX DA Rückstauventil!!!
      Na das ist ja perfekt.
      Da du es groß geschrieben hast, kannst du dies sicherlich sattelfest mit Normen und a.R.d.T unterlegen!

      Damit kann der TE dann auf den zugehen bzw. behelfsweise verklagen, sich die Entwässerung mit Hebeanlage nachrüsten lasten und dann die überflüssig gewordene Plastikabdeckung einfach abnehmen.