Über das Enstehen von Baumängeln

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Über das Enstehen von Baumängeln

      In der Süddeutschen gibt es heute einen guten [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]. Danach werfen die rund 15 Jahre nach der Fertigstellung am hiesigen Bundeskanzleramt zu konstatierenden Bauschäden kein gutes Licht auf "das Bauen" in Deutschland und unseren Berufsstand.

      Den einzelnen Punkten des Fazits von Gerhard Matzig ist nicht zu widersprechen. Zusammenfassen könnte man diese aber noch weiter im Satz: Wir wollen immer mehr, schneller und größer bauen, als wir uns leisten können. Oder "Geiz ist geil".

      Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist im Einsatz immer komplexerer und leistungsfähigerer Baustoffe, mit denen die schlecht bezahlten Ausführenden den adäquaten Umgang aber nicht gelernt haben. Und damit sind wir dann wieder beim zu schnellen bzw. zu großen Bauen für zu wenig Geld.

      :sarkasmus:

      Und so gibt auf absehbare Zeit viel zu tun bei der Bewertung von Baumängeln und -schäden. Bei der Planung und der Ausführung wird dafür ordentlich gespart.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Thomas T. schrieb:

      Das ist alter Wein in neuen Schläuchen
      Der ist so alt, das ist schon nicht mal mehr als Weinessig zu gebrauchen.

      Ich hab eine denkmalpflegerische Analyse eines Gebäudes von v.d. Velde. Bj 1929/30. Da wird Schriftwechsel zu massiven Baumängeln von Leckagen des Dachs über zufrierende Balkonabläufe, klemmende Türen bis hin zu Badewannen, die 12 Minuten zum Leerlaufen benötigen zitiert.
      Also nix da neue Baustoffe und heutige Zeiten.

      Das mit dem Aussen hui, innen pfui galt schon viel früher.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Skeptiker schrieb:

      Bei der Planung und der Ausführung wird dafür ordentlich gespart.
      möcht man meinen - stimmt aber so pauschal nicht.
      vielmehr steckt mitunter der wurm im detail: wenn ein wettbewerbsgewinner auf basis der dem wettbewerb zugrundeliegenden, zulässigen, baukosten honoriert würde, gäbs eklatante unterdeckung - praktisch widerspricht das der hoai, also wird nach angepassten, (realitätsnäheren) baukosten honoriert.

      manchmal wünsche ich mir eine fortsetzung mittelalterlicher praktiken: der baumeister steht beim ausschalen unter den gewölben .. wenn er das überlebt, wird er mit gold aufgewogen. heute gibts nur noch das letztgenannte. für jeden dummbatz.

      bei bspw. der elphi wurde auch an der ausführung nicht gespart - da hat sich der bauherr (sofern man solchen politischen konstrukten die bauherrenfunktion zusprechen will) schon was gutes getan ;)
    • dann erzähl doch mal dem kanzleramtsarchitekten, dass seine null-grad-geneigten glasdächer nur undicht sein können.

      du bekommst zur antwort, ich will das so, das regenwasser muss sich meinem gestaltungswillen unterordnen. danach fällt der nächstbeste politiker (ehemals bundestagspräsident) in den gesang ein und stellt fest, dass die deutsche industrie nicht in der lage ist, das zu bauen, was geplant wurde.

      der wesentliche mangelansatz ist, dass aus gestalterischen gründen altbekannte regeln außer acht gelassen werden. da mittlerweile entwurf und gestaltung höher bewertet werden als die sichere konstruktion - und auch so gelehrt wird - brauchen wir uns nicht wundern.
    • Skeptiker schrieb:


      Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist im Einsatz immer komplexerer und leistungsfähigerer Baustoffe, mit denen die schlecht bezahlten Ausführenden den adäquaten Umgang aber nicht gelernt haben. Und damit sind wir dann wieder beim zu schnellen bzw. zu großen Bauen für zu wenig Geld.



      Bei der Planung und der Ausführung wird dafür ordentlich gespart.
      alles wie immer etwas plakativ! Wo hört wirtschaftliches handeln auf und fängt Geiz an. Das sollte man wohl erstmal definieren!

      Genauso wann fängt die schlechte Bezahlung an?! Jeder versteht das anders. Mithin habe ich als bh nur bedingt die Möglichkeit die Bezahlung der ausführenden u deren qualitative Ausführungen vorher zu prüfen. Hinterher das zu kritisieren ist einfach.

      Genauso ist es erstmal eine Frage der Definition wann ein Produkt qualitativ schlecht ist und wann nicht. Der Verkaufspreis mag ein Indiz sein, aber eben nicht immer!
    • Ich meine, Ihr denkt zu einfach, die Probleme sind viel vielschichtiger. Da ist zunächst einmal das Thema der Baustoffe: heute im zeitalter von EU usw., auch im europäischen Ausland gibt es Materialien, die a) nicht ganz doof und vor allem b) bezahlbar sind. Nur, wenn diese Baustoffe auf deutschen Boden treffen, kommt irgendein DiBt oder BRL und möchte erst einmal ein Wörtchen mitreden. OK, eine kleine Portion Lobbyismus ist natürlich auch dabei :D . Aber Fakt ist, im Ausland sind sie nicht alle blöd.

      Dann natürlich das Handwerk, was heute teilweise immer noch von 12 bis Mittag denkt, weil es nicht anders gelehrt wurde. Das größenwahnsinnige deutsche Handwerk (ich erinnere nur an den Spot mit Gott !!) die Dank stärkstem Lobbyismus Ihre Daseinsberechtigung erhalten, ja, wie sollen die dann was gutes daraus machen, wenn sie das gar nicht kennen, was sie da verbauen?

      Diese geizistgeil-Geschichte: wenn das Produkt schon abstrus teuer ist, weils auf einmal irgendein Bapperl hat, dann muß halt der Ausführende geknebelt werden. Und dann verdient nur einer, die Industrie.

      Und schon schließt sich der Kreis.
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • In Zeiten des Kapitalismus wird sich an dem Zustand nichts ändern. Immerhin bringen Bauschäden Arbeit und lässt so das Geld den Besitzer wechseln. Gebäude dürfen heute nicht alt werden, am besten mit eingebauter Obsoleszenz. Man kann mit alt werdenden Gebäuden nicht genug Geld verdienen, man muss immer wieder neues bauen um in diesem Kapitalismuswahn immer höheren Wachstum zu generieren. Der kleine Bürger sehnt sich nach der guten alten Zeit, als alles so langlebig war, aber das entspricht nicht den heutigen Anforderungen der Wirtschaft. Von daher passt das alles ganz gut zusammen.
      -

      Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Adoleszenz zu Obdoloszenz

    • MoRüBe schrieb:

      Und schon schließt sich der Kreis.
      die nächste tass kaff geht auf mich - aber erst, wenn wir mal wieder in benachbarten gefilden unterwegs sind :)
      allerdings, auch wenn du bewusst grob überzeichnest, das thema CE und eurowahn qualitativ kleinster gemeinsamer nenner [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] braucht dann wohl mehr als eine tasse, bis wir beinand san´ :)
    • MoRüBe schrieb:



      Diese geizistgeil-Geschichte: wenn das Produkt schon abstrus teuer ist, weils auf einmal irgendein Bapperl hat, dann muß halt der Ausführende geknebelt werden. Und dann verdient nur einer, die Industrie.

      Das bapperl sollte das Produkt nicht teurer machen, genau betrachtet, könnte der Aufwand sogar geringer sein als heute, wo jeder meint er könne sein eigenes bapperl fordern. Ich habe den Zirkus doch lange genug mitgemacht, und was glaubst Du wieviel Geld da über die Bühne ging. Da schleppte man ein Produkt von Land zu Land, jeder Kasper erzählte Dir wie wichtig er ist, geprüft wurde trotzdem überall gleich, und als Existenzberechtigung wurde dann halt irgendein Grenzwert um eine Nachkommstelle verändert. Praktische Auswirkung, keine.
    • mls schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Und schon schließt sich der Kreis.
      die nächste tass kaff geht auf mich - aber erst, wenn wir mal wieder in benachbarten gefilden unterwegs sind :)
      Königsbrunn, nächste Woche. Also fast in der Nähe :D
      ---------- 15. Oktober 2016, 20:51 ----------

      R.B. schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Diese geizistgeil-Geschichte: wenn das Produkt schon abstrus teuer ist, weils auf einmal irgendein Bapperl hat, dann muß halt der Ausführende geknebelt werden. Und dann verdient nur einer, die Industrie.
      Das bapperl sollte das Produkt nicht teurer machen, genau betrachtet, könnte der Aufwand sogar geringer sein als heute, wo jeder meint er könne sein eigenes bapperl fordern. Ich habe den Zirkus doch lange genug mitgemacht, und was glaubst Du wieviel Geld da über die Bühne ging. Da schleppte man ein Produkt von Land zu Land, jeder Kasper erzählte Dir wie wichtig er ist, geprüft wurde trotzdem überall gleich, und als Existenzberechtigung wurde dann halt irgendein Grenzwert um eine Nachkommstelle verändert. Praktische Auswirkung, keine.
      Du, Du bist ja nur ein kleiner :lol: Nee, mal ernsthaft. Mein Lieblingsthema Dämmstoffe. Da gibts doch einen, der mit i anfängt. Der hat wunderbare Einblasdämmstoffe. Werden tonnenweise in Skandinavien eingebaut. Und hier? Nee, geht nicht, erst nach Zulassung. Dabei war es doch Wille der EU daß alles harmonisiert wird. Selbst die Größten verzweifeln doch an unserer Regelungswut. Und dann kommt das Produkt endlich auf den Markt, dann muss es Geld wieder rein bringen. Mit der Folge, daß die Anwender in crash-Kursen eingeweiht werden und man sich in ein paar Jahren wundert, warum das schief gegangen ist. Oder noch besser: lastabtragende Bodenplatte und das Thema EPS /XPS
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • Deswegen wurde es ja Zeit, dass endlich die ganzen nationalen bapperl in die Tonne wandern. Es gibt viele Branchen die sind viel weiter als die Baubranche. Ohne Harmonisierung wäre der globale Handel noch lange nicht so weit, und wir würden immer noch 2 oder 3 Monatseinkommen für einen TV auf den Tisch blättern.
      Vorgestern kam ein Bericht im TV, Chinesen und ihr Kaufverhalten, die fahren ja voll auf Made in Germany ab. Da habe sich ein junges Paar ein deutsches Markenmesser für um die 100,- € gekauft, das chinesische Pendant hätte nur um die 30,-€ gekostet
      . Später haben sie beide Messer genauer untersuchen lassen, stahlzusammensetzung usw. Ergebnis, die Unterschiede waren nicht so gewaltig, teils marginal.
      Die ganzen nationalen bapperl dienen also primär dem Schutz der eigenen Wirtschaft, die Qualitätsunterschiede sind bei vielen Produkten nur gering.
      Als Käufer muss man jedoch, angesichts der neuen Vielfalt, etwas vorsichtiger sein, denn je mehr Produkte es gibt, um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einem Kauf auch mal eine Niete zieht.
    • Gast1234 schrieb:

      da mittlerweile entwurf und gestaltung höher bewertet werden als die sichere konstruktion - und auch so gelehrt wird - brauchen wir uns nicht wundern.
      einspruch euer ehren, denn das war schon immer so.

      denn wenn dem nicht so wäre, wäre spätestens zu zeiten der
      romanik, das ende der fahnenstange erreicht worden.

      gothik? undenkbar.....!
      (wir betrachten heutzutage ja nur noch die gebäude,
      welche stehen geblieben sind).

      ohne "ausprobieren" geht nix weiter.

      das ist doch nix anderes, wie in der fahrzeugindustrie.
      selbstfahrende autos? da langt man sich an den kopf.

      in 150 jahren langen sie sich an den kopf, wie man 2016
      ein auto selbst lenken konnte....