Dämmung Kalksandsteinwand bei Reihenendhaus

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    • Dämmung Kalksandsteinwand bei Reihenendhaus

      Hallo zusammen,



      als neuer Forenteilnehmer hab ich 3 Fragen.

      Zuallererst aber ein paar Fakten zu unseren Problemen.

      Wir haben von einem Bauträger (also Haus + Grundstück ) ein Reihenendhaus erworben. Nach Fertigstellung Bodenplatte Keller ging der Bauträger in Insolvenz. Nach langer Wartezeit und vielen Kosten und Mühen aufgrund des Loslösens vom Insolvenzverwalter konnten wir Ende letzten Jahres das Grundstück endlich unser Eigen nennen und somit weiterbauen. Wir haben uns damals entschlossen alle Gewerke vom Rohbauer bis hin zum Verputzer in Einzelaufrufen zu vergeben. Pläne und Dokumentation hatten wir komplett vom Bauträger bekommen. Jetzt sind wir im Sommer endlich eingezogen und sind auch soweit zufrieden. Nun haben sich noch die einen oder anderen Problemzonen gezeigt.

      • -Die Trennwand zum Nachbarn wurde laut Plan in KS 17,5 cm gemauert. Im angehängten Bild seht ihr, dass diese Wand auf der Rückseite des Hauses einen Überstand hat und somit natürlich noch gedämmt werden muss.
        Im Plan des BT wird hier eine Dicke von 12 ausgewiesen. Unser Verputzer der Ende des Monats das Haus verputzen soll will jetzt 14 cm Dämmung darauf packen. Natürlich stehen diese 14 cm auf der Nachbarseite über. Des Weiteren muss auch oben die Attikaverblechung noch angepasst werden. Ich hatte dies auch nicht beachtet bei Beauftragung des Dachdeckers.

      Folgende Fragen hätte ich hierzu:
      - Gibt es ein Dämmmaterial das die Anforderungen zu Taupunkt etc. erfüllt und das nicht 14 cm aufträgt? Bzw. Was für einen Dämmstoff würdet ihr bei der bestehenden Situation anwenden?
      - Muss ich diesen Überstand auf Nachbarsseite im Grundbuchauszug vermerken lassen (natürlich mit Zustimmung des Nachbarn)? Oder ist dies durch die Reihenhausbauweise irgendwie abgedeckt? Bei der vorderen baugleichen Reihe die der Bauträger noch zu 95% fertiggestellt hatte ist dieser Überstand der Dämmung einfach Fakt.
      - Im zweiten Bild (Fenster) sieht man den Spalt zwischen Fensterrahmen und Wand. Muss dieser noch mit irgendetwas aufgefüllt werden oder soll das der Verputzer zumachen. Zumindest hat er mir angeboten, das diese Spalten einfach zugeputzt werden.



      Mir ist sehr wohl bewusst, dass wir keinen Planer bei Beginn des Weiterbauens engagiert hatten. Aber die angespannte finanzielle Situation nach dem Verlustgeschäft Bauträger ließ uns davon Abstand nehmen.



      Über eure Antworten freu ich mich. :/
    • maba schrieb:


      • Im Plan des BT wird hier eine Dicke von 12 ausgewiesen. Unser Verputzer der Ende des Monats das Haus verputzen soll will jetzt 14 cm Dämmung darauf packen. Natürlich stehen diese 14 cm auf der Nachbarseite über. Des Weiteren muss auch oben die Attikaverblechung noch angepasst werden. Ich hatte dies auch nicht beachtet bei Beauftragung des Dachdeckers.


      Welche WLG war hier geplant? Falls der Verputzer mit 0,35 gerechnet hat, könnte man vielleicht mit 12cm in WLG 032 den gleichen U-Wert erreicht wie mit den 14cm die der Verputzer vorschlägt.
      Warum will der Verputzer eigentlich 14cm drauf packen? Das Haus war doch mit 12cm geplant und genehmigt, nehme ich mal an. Details müsste man zur Berechnung nach EnEv finden.
    • Laut Werkplan waren - ich muss mich korrigieren - 10 cm EPS 040 geplant (Bauträger).
      Verputzer hat Material mit 035 und will halt 14 cm darauf packen....anscheinend wegen U-Wert....genauer müsste ich es mir erklären lassen.
      Ich hätte halt gern das Material das bei fachlich korrekter Dimensionierung (U-Wert, etc. ) am wenigsten aufträgt.
      Die EnEv Berechnung des Bauträgers ist nach meinem Ermessen sch... und existiert nur nach einem Blatt (Ergebnisblatt) und wir sind noch nach EnEv 2009 genehmigt...zumindest die Einreichnung des Bauträgers damals....
    • maba schrieb:

      Laut Werkplan waren - ich muss mich korrigieren - 10 cm EPS 040 geplant (Bauträger).

      Das war aber selbst nach EnEV2009 ziemlich schöngerechnet. U-Wert ca. 0,34W/m²K.

      Ich vermute, dass Dein Verputzer dieses Material hat, weil das bei Fassadendämmung im Bestand nach EnEv 2014 sehr oft zum Einsatz kommt (U-Wert ca. 0,23W/m²K).
      Mit 12cm in WLG 032 liegt der U-Wert bei 0,24W/m²K, also fast identisch.



      maba schrieb:

      Im zweiten Bild (Fenster) sieht man den Spalt zwischen Fensterrahmen und Wand. Muss dieser noch mit irgendetwas aufgefüllt werden oder soll das der Verputzer zumachen. Zumindest hat er mir angeboten, das diese Spalten einfach zugeputzt werden.
      Das hatte ich vergessen. Normalerweise würde der Spalt gefüllt, überdämmt, und dann schlagregendicht ausgeführt. Wie das Dein Verputzer im Detail machen möchte, das musst Du ihn fragen. Ich müsste jetzt spekulieren.
    • ich verstehe nicht, warum der Verputzer hier jetzt 14 bauen will/soll, wenn doch die Planung 10cm auswirft. Wie kommt er zu der Einschätzung, dass man da 14cm bräuchte, er muss das doch irgendwie begründen?

      Ich würde nicht ausschließen, dass das mit den 10cm nach EnEv 2009 sogar noch stimmen könnte. Zum Beispiel bei einer rein regenerativen Beheizung, Fernwärme oder ähnliches...

      vielleicht waren die 10cm aber auch nur im Bereich dieser Haustrennwand-Versprungs (z.B. wegen der Situation an der Grundstücksgrenze) vorgesehen, sonst mehr? das haben wir doch immer wieder, dass Teilflächen nur weniger gedämmt werden (können)...
    • Der Überbau ist doch sicherlich genehmigt. Zudem schränkt er den Nachbarn in der Nutzung seines Grundstücks nicht ein.
      Ich sehe gerade, Baden Württemberg, d.h. er müsste den Überbau auf jeden Fall dulden.

      Die einzige Frage die mir dazu einfallen würde, müsste hier ein Ausgleich in Form einer "Rente" erfolgen, und wie will man das berechnen?
      Das sind grob 1m , bei 10cm Überbau (die Wand steht ja sicherlich nicht direkt auf der Grenze sondern für die Dämmung zwischen den Wänden ca. 2-4cm entfernt). Das wären also 0,1m², macht bei einem Grundstückspreis von 200,- €/m² nur 20,- €. Das jetzt verzinst über die Nutzungsdauer.....da reden wir von ein paar Cent pro Jahr.

      An sich wäre das eine Frage für einen Baujuristen.
    • Der Überbau ist nach Bauantrag natürlich so gebaut wie geplant und genehmigt. Wir haben an den Plänen des BT nichts verändert...
      Und mit unserem Nachbarn vertragen wir uns (zumindest i.M) sehr gut. Aber weiß ich ob der jetzige Nachbar das Haus nicht in 20 Jahren an einen D.pp verkauft der mir dann blöde kommt. Deswegen die Nachfrage nach einem Eintrag ins Grundbuch
      Aber nach der Antwort von RB scheint dies in Ba-Wü nicht notwendig zu sein....
    • ich hab mich bei uns in der stadt (bauordnung) erkundigt, wie es sich verhält wenn ich durch ein WDVS die abstandsflächen unterschreite.
      antwort: das wird tolleriert, weil es der einhaltung der EnEv dient.

      im angrenzenten LRA wurde mir bei einem grenzständigen gebäude zu straße, die überbauung mit einem 12cm WDVS ohne weiteres genehmigt.
      die genehmigung wurde durch andere baumaßnahmen erforderlich, wäre nur das WDVS gemacht worden, hätte ich dies gar nicht bantragen brauchen, wurde mir im LRA erklärt.

      vielleicht sollte man das einfach mit dem nachbarn klären. 4 cm könnten auch durchaus noch im toleranzbereich liegen, bei +-20/24mm im grundriß zwischen 6m -15m

      übrigens erreichen 8,75cm wlg 035 den selben wert wie 10cm in wlg 040
      oder 10cm in wlg 035 dämmen gleich wie 11,43cm in wlg 040
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
    • die anderen Außenwände sind monolitisch, oder? Porenbeton oder sowas?

      GIb mal an welchen U-Wert diese Wände haben... oder Dicke und Art des Steines.

      ggf. kann man diese wenige m² entweder auch noch mit WLG026 ( PUR ) dämmen, wenn auf die letzten cm ankommt.


      Bzgl der Fenster.. bei mir wurden die Rolloschienen erst nach dem Putz angebaut. Und mit APU-Leiste an den Rahmen angeschlossen.
      Ob das so schlagregendicht ist/wird ?
    • R.B. schrieb:

      Ich vermute, dass Dein Verputzer dieses Material hat,...
      Dieser Vermutung schließe ich mich jetzt einfach mal an!

      Wenn seinerzeit 10cm WDVS dort geplant waren, so frage ich mich warum man nun davon abweichen sollte, zumal wenn es sich um eine grenzständige Wand handelt.

      Zugegeben: 10cm mit der WLG 040 sind nicht gerade berühmt. Gerade an einer geometrischen Wärmebrücke (Außenecke) würde ich mir da mehr wünschen. Aber das ließe sich ja problemlos mit einer besseren Dämmung erreichen (WLG 035 oder WLG 032). Wenn das immernoch nicht genügt (fürs Bauchgefühl), dann kann man ja nach nochmals besseren Dämmstoffen Ausschau halten. Zum Beispiel Phenolharz-Platten mit einer WLG von 022/ 023.

      Schlagregendicht bekommt man die Fenster problemlos: Im Augenblick glaube ich (dunkler Streifen) eine Art Quellband zu erahnen (Trio**** oder ähnliches). Das macht schon mal dicht! Zusätzlich sollte die Fuge ausreichend überdämmt werden (Leibungsdämmung) und der Putzanschluß mit einer hierfür geeigneten Apu-Leiste ausgeführt werden. dann wird alles gut.
      ---------- 6. Oktober 2016, 08:26 ----------

      SirSydom schrieb:

      anderen Außenwände sind monolitisch, oder? Porenbeton oder sowas?
      Ja...so sieht's wohl aus. Hab's auch jetzt erst "erkannt". Kam mir schon komisch vor mit dem franz. Balkon...da würde ja gar keine Dämmung mehr dahinter passen.
    • Vielen Dank für eure Antworten. Langsam seh ich klarer. Also der Rest der Außenwände ist mit Porenbeton gemauert.

      Ich tendiere zu 10 cm Dämmplatten mit WLG 032 bzw. werde ich den Verputzer mal nach den Phenolharz-Platten fragen die Thomas ins Spiel gebracht hat.

      Weiterhin werde ich Ihn beauftragen die Laibungen der Fenster bis hin zu diesem tatsächlich verbauten Quellband zu dämmen und dann erst anzuputzen.

      Nur das juristisch richtige Festsatteln der Überbauung der Grenze durch die Dämmung weiss ich noch nicht richtig wie ich vorgehen soll...wer wäre dann von der Behördenseite der richtige Ansprechpartner? Oder ist dies nur ein Thema zwischen mir, dem Nachbarn und einer Grundbucheintragung??? Wie ist das...in den Werkplänen sind ja die 10 cm eingetragen (realer Überstand wäre dann ja ca. nur 8 cm da ja noch die Dämmung (4 cm) zwischen den Trennwänden ist. Hat der Bauträger solche Sachen einfach geplant und dies in die einzelnen Flurstücke mit eingetragen oder da er ja der Besitzer der Grundstücke war brauchte er dies nicht...und das ganze ging quasi nach dem Motto "gekauft wie gesehen"???
    • maba schrieb:

      ealer Überstand wäre dann ja ca. nur 8 cm da ja noch die Dämmung (4 cm) zwischen den Trennwänden ist.
      Na...diese 4 cm dürften hälftig Dir und Deinem Nachbarn gehören. Die Grenze läuft also (theoretisch...sofern man sich hier nicht irgendwie vermessen hat) bei 2cm durch die MiWo-Platten zw. den Häusern. Die reale Überbauung des nachbarlichen Grundes dürfte am Ende wohl 9-9,5cm betragen (+/-), da die Platten (10cm) ja auch nicht pepp an der Wand anliegen, sondern noch Kleberbatzen einen gewissen Abstand zum Mauerwerk herstellen (ca. 5mm). Außen kommt noch Gewebespachtelung und Oberputz drauf...alles in allem dürften da also ca.11 - 11,5cm werden.

      Weiß gar nicht ob man hierfür eine baurechtliche Vereinbarung (Überbauung) benötigt. Wie ist das denn in den Verträgen abgehandelt? Gibt es da was? Zeichnungen?
    • Keine WEG.
      Jedem gehört sein Grundstück ..... Nur die 4 Mittelhäuser wurden damals zeitlich zusammen gebaut. Wir mit unserem Endgrundstück waren zu spät dran, ansonsten wäre der komplette Rohbau mit Fenster und Installationen zum Zeitpunkt der Insolvenz fertig gewesen.

      @Thomas...danke für den Hinweis das das ganze ja dann eher 11-12 cm sind. Nicht dass ich beim Bauamt oder wer da auch immer zuständig ist, falsche Angaben mache die anschließend mir angelastet werden....
    • maba schrieb:

      Nicht dass ich beim Bauamt oder wer da auch immer zuständig ist, falsche Angaben mache die anschließend mir angelastet werden....
      Was für "Angaben" willste denn da machen?????

      Es gibt genehmigte Baupläne. Da wird so etwas (hoffentlich) dargestellt sein. Angedeutet zumindest.

      Und: Dem Bauamt wird's vermutlich ohnehin egal sein, da dies eher eine nachbarrechtliche Angelegenheit, nicht so sehr eine baurechtliche ist.

      Klar: Überbaust Du mehr als im Bauantrag genehmigt wurde, so könnte ein Dir unwohl gesonnener Nachbar dies zum Anlass nehmen Dir das Leben schwer zu machen.
    • mal von mir, der ein ähnliches Problem (allerdings in Bayern) hatte.
      3 Spänner mit Satteldach, alle 78cm gegeneinander versetzt. Wir REH.
      Durch den Versatz ergab sich an der Kommunwand im Giebelbereich die gleiche Frage wie bei Dir; Grenzwände mussten durch Überbau zum Nachbarn hin gedämmt werden.
      Vorteil bei uns: jeder Nachbar war betroffen, sprich jeder musste auf einer Seite überdämmen und von der anderen Seite die Überdämmung vom Nachbarn nehmen.
      Zum technischen ist ja alles gesagt; lass eine vernünftige (WLG) Dämmung in der ursprünglichen geplanten Stärke ausführen.

      Zum rechtlichen: In Bayern gibt es seit 2012(?) ein Gesetzt, das den "Überbau durch Wärmedämmung" regelt. Der Nachbar muss den Überbau dulden, wenn er dadurch nicht oder nur gering beeinträchtigt wird.

      gesetze-bayern.de/Content/Docu…AutoDetectCookieSupport=1
      (sorry für den Link, aber in FF geht die Verlinkung nicht)

      Such mal, ob es in BaWü etwas vergleichbares gibt.

      Wir hatten uns damals 2012 eigentlich mit den Nachbarn so besprochen, dass wir den Überbau notariell festlegen (wer ist für was verantwortlich, wie ist der Zugang gesichert für Instandsetzung etc.)

      Bisher (seit 4 Jahren im Haus) haben wir es noch nicht gemacht. a) verstehen wir uns gut (was sich aber natürlich ändern könnte) und b) ist das im Gesetz zumindest rudimentär geregelt.

      Wenn es bei Euch im Landesgesetz keine Regelung gibt, würde ich das irgendwann mal notariell niederschreiben. Überbau durch Wärmedämmung gedultet, Ihr verantwortlich den Überbau Instand zu halten, Ihr bekommt Zugang wenn renoviert/saniert werden muss etc...

      edit:
      gibt wohl in BaWü seit 2014 was ähnliches
      Wärmedämmung bei Grenzwänden: AKBW Architektenkammer Baden-Württemberg: AKBW Architektenkammer Baden-Württemberg