Oberste Geschossdecke, ZFH, 60er Jahre

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  • Oberste Geschossdecke, ZFH, 60er Jahre

    Hallo zusammen,

    eigentlich ein ganz simples Haus und doch habe ich leider zu wenig Hintergrundwissen und würde gerne Eure EInschätzung wissen:

    Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus BJ 1961. Absolut typischer Grundriss, zwei ausgebaute Vollgeschosse, das Treppenhaus erschließt auch den nicht ausgebauten und ungedämmte Dachboden. ICh gehe mal davon aus, dass ein Ausbau ursprünglich geplant war. Erstens aufgrund des Zugangs, zweitens aufgrund des Estrichs, der den FB bildet.

    Mein Programm wirft mir nen U-Wert von 2,10W/m²K aus, halte ich auch für halbwegs plausibel.

    Mein Frage zur Dämmmaßnahme der obersten Geschossdecke wäre folgende, ob ich richtig liege.
    Hier könnte ich doch einfach EPS-Platten draufpacken. Luftdichtigkeit dürfte kein Thema sein, da ja die Geschoßdecke das macht. Obendrüber ist ein Kaltdach, 40° Dachneigung, irgendwann hat man ein paar Platten rangenagelt, aber die sind so krumm und verbogen, dass es überall durchpfeifft. Kann man zur Begehbarkeit bzw. dass man Stellfläche hat noch OSB-Platten drauflegen?

    Ich weiß, eigentlich sollte ich es wissen. Es ist für mich leicht, einen IST-Zustand zu analysieren. Ich hab auch zumindest soviel Hintergrundwissen, dass ich weiß, dass ich bzgl. Taupunkt und Luftdichtigkeit aufpassen muss, aber es fehlt mir leider doch manchmal die Basis.

    Bytheway Hätte jemand nen Literaturtip für mich?
    Nothing is forever, except death, taxes and bad design
  • Ob der U-Wert im Bestand wirklich 2,1 ist? Ist da denn im Bestand keine Dämmung vorhanden? Ich hätte ca. 1,5 - 2cm Dämmung erwartet, auch 1961...

    solche Dachgeschoße hatten, wie gesagt, oftmals eine dünne Dämmung auf der Massivdecke, darüber in der Regel einen Schutzestrich. Dieser war immer relativ dünn, vielleicht 2,5-3cm. Wie gesagt, Schutzestrich, nicht zum Ausbau vorgesehen und oftmals auch nicht sehr eben, vielmals auch mit regelmäßigem Fugenraster...

    ja, ich sehe es schon so, dass man EPS drauf legen kann, darauf dann einen Gehbelag, z.B. OSB.
    auf die PE-Folie kann in der Fläche u.U. dann verzichtet werden, wenn (wie hier) die Herstellungsfeuchte sicher ausgetrocknet ist und keine Durchdrinungen vorhanden sind. Ansonsten müsste bei Durchdringungen und ggf. Anschlüssen mit Folienmanschetten gearbeitet werden.
  • Alfons Fischer schrieb:

    Ob der U-Wert im Bestand wirklich 2,1 ist? Ist da denn im Bestand keine Dämmung vorhanden? Ich hätte ca. 1,5 - 2cm Dämmung erwartet, auch 1961...

    Würde mich nicht wundern, wenn da keinerlei Dämmung vorhanden ist. Habe ich auch schon bei Bj. 197x gesehen, unter anderem bei meinem Elternhaus. Argument "jetzt ziehen wir ein, und dann bauen wir das Dachgeschoss aus".....wurde bis heute nicht ausgebaut. ;)
  • Und wie es der Zufall will: Heute ein nahezu identisches Haus, außer, dass das Dach mal neu gedeckt und mit ner Unterspannbahn versehen wurde.

    Wie würdet ihr das beurteilen: Steckt da Dämmung drin oder nicht? Aufbauhöhe 28cm


    Estrich mit Randdämmstreifen
    Auch das MW (Auflager)am Rand wäre für mich ein Hinweis: Da wollte jemand mehr. War beim anderen Gebäude ähnlich.



    Zugang

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Anda ()

  • Anda schrieb:

    Auch das MW am Rand
    Welches Mauerwerk? Du meinst das Sparrenwiderlager? Das ist kein Mauerwerk, sondern Bedong, um die Schubkräfte aus dem Gespärredach sauber in die Betondecke einleiten zu können.
    Und das hat nix mit mehr wollen, sondern mit den Bügeln der Bewehrung zu tun.

    Die 28 cm fresse ich auch nicht. Decke 14 cm, vielleicht 16 cm. Estrich 3 bis 4 cm. Dämmung 2 cm EPS . Macht 19 bis 22 cm Gesamtdicke.
    Alles andere wäre bis Mitte der 70er mehr als ungewöhnlich.
    Wie hast Du das gemessen? Im Bereich des Treppenpodests? Dann vergiss es. Da kann der Aufbau komplett anders sein.
    Oder ist die Decke im Geschoß darunter "abgehängt". Nicht das es eine Rippen- oder Kassettendecke ist.
    Oder eine Ziegeldecke.

    Zu der Zeit gab es so viele Deckenbauweisen, da kommst mit Zollstock und Wasserwaage und ohne Röntgenauge nicht weit.
    ---------- 27. September 2016, 15:49 ----------

    Anda schrieb:

    Ich find ja 16cm schon wenig, aber damals haben sie statisch geschickter gebaut.
    Äh - NÖ! Die hatten bloß keine EN mit Harmonisierung und Gürtel zum Hosenträger zum Gummibund.
    Und haben zu Fuß gerechnet, nicht finite Elemente im PC.

    14 cm Beton, O+u eine Q 188 und fertig war die Deckenstatik. :P
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • Ok, geklopft, ob was abgehängt war, habe ich nicht.
    ---------- 27. September 2016, 15:51 ----------
    Und Guten Morgen Anda :S ! Hier ists tatsächlich Beton , beim anderen wars wirklich MW (KS)
    ---------- 27. September 2016, 15:54 ----------

    Ralf Dühlmeyer schrieb:

    Anda schrieb:

    Auch das MW am Rand
    14 cm Beton, O+u eine Q 188 und fertig war die Deckenstatik. :P
    aber untendrunter nicht tausend verspringende Wändlein, sondern 08/15 immer hübsch übereinander und keine überbordenden Spannweiten.

    Gab auch sicher Ausnahmen, aber Häuser wie diese gibt es zuhauf. Bloß mit Estrich als oberste Geschoßdecke kommen die mir kaum unter bzw. meistens sind die tatsächlich (nachträglich ) ausgebaut /gedämmt worden oder haben nen Fehlboden.
    ---------- 28. September 2016, 07:56 ----------
    Nachsatz: Dankeschön für Eure Rückmeldungen. Dann merke ich auch, wo ich schludrig hingeschaut habe, wo ich z.B. Deckenstärken als zu selbstverständlich von der Dicke her übernommen habe etc. Ich denke, ich werde öfter mal was einstellen.

    Off-Topic:
    Ich bin froh, dass der Ton hier anders ist, als weiland im Grünen. Da hätte ich mich das nicht getraut. Ich bin ja in die ganze Sache quer eingestiegen und ich merke immer wieder, was mir noch alles an Wissen fehlt. Werde daran arbeiten.
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