Wie weit im Voraus Verträge für Gewerke unterschreiben?

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  • Wie weit im Voraus Verträge für Gewerke unterschreiben?

    Hallo zusammen,
    wie viel im Voraus werden Verträge zu verschiedenen Gewerken normalerweise unterschrieben? Die mir vorliegenden Angebote haben oft eine Gültigkeit von 6 Wochen. Macht es Sinn diese Angebote nun jetzt schon unterzeichnen, obwohl der Bau erst im Frühjahr nächstes Jahr losgeht? Beispielsweise liegt mir schon ein Angebot von einem Estrichleger vor, der Estrich wird grob geschätzt frühestens in 8 Monaten eingebaut. Sollte man da abwarten oder gleich unterschrieben bzw. welche Vor- und Nachteile kann dies haben? Kann man da eine pauschale Antwort geben oder ist das für jeden Fall anders? Vielen Dank
  • War der Zeitplan Bestandteil der Anfrage, und ist somit auch im Angebot mit eingearbeitet?
    Preisgarantie oder versteckte Anpassungsklauseln?

    Man kann einen Auftrag auch 8 Monate im voraus erteilen, es sollte halt geklärt sein, wie mit Terminveränderungen, Preisanpassungen o.ä. umgegangen wird. Zudem sollte der AN den Auftrag bestätigen. 8 Monate sind eine lange Zeit, da machen sich schnell Gedächtnislücken breit.
  • Heißt 6 Wochen nicht immer, dass innerhalb dieser Zeit eine Unterschrift erfolgen muss, um das Angebot mit dem Preis anzunehmen? Also wenn der AG erst nach 8 Wochen unterschreibt, kann der AN ablehen und sagen, ich bin teurer geworden...oder was auch immer.

    Ausführungsfristen haben damit erstmal nichts zu tun.

    Einige Verträge habe ich schon Monate vor Lieferung unterschrieben, z.B. Fenster. DIe hatten 12 Wochen Lieferzeit.
  • Ein Vertragsschluss lange vor Baubeginn hat für beide Seiten Vor- und Nachteile:
    Der Bauunternehmer hat schon mal einen Auftrag sicher und kann damit planen. Je nach Größe des Auftrages und Größe des Unternehmens kann das gut oder weniger gut für den BU sein. Möglicherweise muss er später einen noch besseren Auftrag ablehnen. Der Bauherr kennt (bis auf wenige Risiken) den Preis, hat einen Vertrag und der BU kann später nicht mit Kapazitätsengpässen kommen. Hat er ja lange genug gewusst. Genauso ist der Bauherr an den Vertrag gebunden und muss ein (evtl. mögliches) besseres Angebot ausschlagen.

    Stoff- und Lohngleitklauseln müssen besprochen und in den Vertrag aufgenommen werden. Kann ja durchaus Tarifanpassungen beim Lohn oder Preissprünge bei den Materialien geben. Möglicherweise ist ja der BU bereit, für einen langfristig planbaren Auftrag die Einheitspreise konstant zu halten. Kann aber auch passieren, dass er erst xx Wochen vorher unterzeichnet, weil er Material mit hohem Preisschwankungspotential verarbeitet oder weil bereits Tarifgespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden laufen...

    Ist alles Verhandlungssache. Fristen gibt es erst bei der Abrechnung.
    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)
  • world-e schrieb:

    nein, es gab kein Zeitplan für das Angebot. Das Bauprojekt wurde von Herbst dieses Jahr auf Frühjahr verschoben. Es muss dann natürlich mit den einzelnen Gewerkanbietern im Detail geklärt werden.

    Die Schwierigkeit ist, was machst Du nächsten Sommer/Herbst, wenn der Estrichleger anfangen sollte, er aber aufgrund irgendwelcher Gegebenheiten nicht anfangen kann? Dann steht Deine Baustelle vielleicht für Wochen oder gar Monate. Handwerksbetriebe können selten 8 Monate im voraus planen, und erst Recht nicht wenn der genaue Termin noch nicht feststeht.
    Es ist zwar richtig, dass man möglichst früh anfragen sollte, denn viele Betriebe haben schon einige Aufträge für das nächste Jahr, aber erfahrungsgemäß sind solche Aufträge selten verbindlich an feste Termine gebunden, sprich es wird im kommenden Jahr abgearbeitet, nach einer Reihenfolge......wer am lautesten schreit, und den längsten Hebel hat. Dann werden noch einige Termine umgeworfen, weil die anderen Gewerke noch nicht so weit sind, und schon hat man spätestens im Sommer das schönste Chaos. Wenn Du da mitten rein kommst, dann brauchst Du starke Nerven, oder halt einen langen Hebel.

    Es gibt auch Handwerker, die "sammeln" Aufträge und verteilen die dann nach gusto im kommenden Jahr, als AG hat man dann mitunter ganz schlechte Karten.

    Ich würde versuchen den Ausführungstermin schon einmal grob festzuzurren, also beispielsweise Juli 2017, und dann "mit detaillierter Abstimmung bis Ende Mai 2017". Dann weiß der Hadnwerker, dass er für Juli nur noch x Aufträge einplanen kann, und ob er dann einen Tag früher oder später bei Dir loslegt, das spielt keine Rolle. Eine Verschiebung um Monate sollte dann jedoch ausgeschlossen sein.

    Auch das Thema Preise bzw. deren Gültigkeit wäre wichtig, nicht dass irgendwo versteckt noch eine Preisanpassungsklausel steht, und Du im nächsten Sommer mit einem Preisaufschlag von x % rechnen musst. Kleinere Anpassungen sind an sich kein Problem, aber es muss sichergestellt sein, dass der AN nicht einen Joker zieht und damit den Preis gewaltig in die Höhe treibt. Es gibt ja Handwerker, deren Preise variieren je nach Auslastung.
  • Ob es eine gesetzliche Bindefrist gibt, weiß ich nicht und kann ich jetzt auch nicht nachschauen. Meist sind Angebote aber sowieso zeitlich befristet. Einige wesentliche Vor- und Nachteile einer frühzeitigen Bindung wurden bereits genannt. Meist überwiegen für beide Beteiligte bei langfristiger Bindung die Vorteile. Ganz ohne Nachteile geht es aber nicht. Pünktlichen Baubeginn und Ausführungsende zu sichern helfen Vertragsstrafen im gesetzlichen Rahmen.
    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
  • nennt sich zuschlag- und bindefrist. bis zum ende der frist hält sich der bieter an die angebotenen preise. danach kann er neu kalkulieren und neue preise aufrufen. wichtig ist nur, dass der bieter auch weiss, schriftlich in der leistungsbeschreibung verankert - audführung in 8 monaten, von xx.xx.xxxx bis yy.yy.yyyy ist die ausführungszeit, dan er kann lohn- und preissteigerungen mit einrechnen.

    basieren denn die angebote auf einer leistungsbeschreibung?