Schallübertragung in Doppelhaushälfte

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    • Schallübertragung in Doppelhaushälfte

      Hallo zusammen,
      durch Internet-Recherche und Hinweis in einem anderen Forum bin ich auf dieses hier gestoßen und hoffe, dass mir jemand aus seiner privaten oder gar beruflichen Erfahrung einen guten Ratschlag zu meinem Problem geben kann. Ich bin mir nicht sicher, ob „Architektur“ hier ganz passend ist, aber ich habe kein passenderes Thema finden können.

      Im Sommer 2010 haben wir unsere neugebaute DHH bezogen. Ursprünglich sollte das DH komplett von unserem Bauunternehmer errichtet werden, da die zweite Hälfte bereits verkauft war. Der zweite Bauherr ist jedoch kurzfristig wegen Arbeitslosigkeit abgesprungen und wir mussten unsere Hälfte alleine errichten lassen. Das hat auch alles, außer ein paar Kleinigkeiten, soweit ganz gut geklappt, da wir mit dem Bauunternehmen großes Glück hatten, was mit Sicherheit heutzutage nicht selbstverständlich ist.

      Unsere Hälfte hat fast fünf Jahre alleine gestanden und im vergangenen Jahr hat sich nun jemand gefunden, der die zweite Hälfte errichtet hat. Auf meinen Rat hin, hatte sich der zweite Bauherr die Baupläne von unserem Bauunternehmer verkaufen lassen und hat seine Seite fast komplett in Eigenleistung hochgezogen. Und damit begann dann das Problem.

      Als er die Bodenplatte selbst geschalt hatte, konnte ich schon erahnen, dass da was schief laufen und er diese nicht sauber von unserer Bodenplatte trennen würde. Unser Bauunternehmer hatte mich bereits damals auf die wichtige physische Trennung der Platten hingewiesen und hatte auch vorsorglich im Bodenbereich einen Feuchteschutz hierzu angebracht. Beide Häuser sind ohne Keller gebaut worden. Um die beiden Platten voneinander zu trennen, hat der Nachbar lediglich Styrodur-Platten vor unserer Bodenplatte befestigt. Als ich ihn darauf hinwies, dass das keine saubere Trennung der Platten sei und hier, für eine ordentliche Schalldämmung, eine saubere Fuge entstehen müsse, die nachher mit Dämmwolle ausgefüllt wird, meinte er nur, dass ich davon sowieso keine Ahnung hätte und mich mehr oder weniger seiner Baustelle verwiesen. Ein Anruf beim Bauamt brachte rein gar nichts, da man mir dort mitteilte, ich solle mich an den verantwortlichen Bauherren halten, der aber ja nicht mit sich reden ließ. Unser Bauunternehmer konnte oder wollte hier auch nicht weiterhelfen, da er nur die Pläne verkauft jedoch keine Bauleitung übernommen hat, somit sei der Bauherr allein verantwortlich. Und somit wurde die Platte gegossen und es entstand eine physische Verbindung über die Styrodur-Platten. Im Mauerbereich oberhalb der Platten hat der Nachbar dann Dämmwolle benutzt. Um hier nicht von vornherein Nachbarschafts-Krieg zu provozieren habe ich die Sache erstmal auf sich beruhen lassen, es war ja eh zu spät.

      Es kam natürlich so, wie von mir vorhergesagt. Über die verbundenen Bodenplatten wird Schall übertragen. Sobald unser Nachbar nun etwas lauter Musik hört, werden die Bässe deutlich hörbar. Allabendlich ist deutlicher Trittschall vernehmbar und dieser Zustand ist auf Dauer nicht zu ertragen. Hohe und mittlere Frequenzen sind nicht zu hören, das spielt sich alles im niederfrequenten Bereich ab und hauptsächlich im Erdgeschoss. Ich kann allerdings nicht sagen, über wieviel Dezibel wir hier sprechen. In der oberen Etage scheint die Dämmwolle zwischen den Trennwänden ausreichend zu sein. Da in unserer Siedlung fast nur DHs stehen, habe ich mich bei Nachbarn erkundigt. Diese Probleme gibt es in den anderen Häusern nicht (auch alle nur mit Bodenplatte und wurden alle von Bauunternehmen errichtet). Ich bin der Meinung, dass es nicht sein kann, dass meine Familie und ich diesen Zustand nun einfach hinnehmen müssen, nur weil unser Nachbar beim Bau Geld sparen wollte.

      Ich habe doch nicht eine neue DHH nach modernen Standards bauen lassen, um dann so einen Zustand tolerieren zu müssen und der Willkür unseres Nachbarn ausgeliefert zu sein. Es kann ja auf der anderen Seite auch nicht sein, dass ich mich nun selber übermäßig zurückhalten muss und nicht mal ein wenig lauter Musik hören oder einen Film schauen darf, ohne dass es der Nachbar gleich mitbekommt. In modernen DHs sollte das bis zu einem gewissen Grad doch möglich sein (und offensichtlich geht das ja bei den anderen Nachbarn auch). Hätte ich eine alte DHH oder ein altes Reihenhaus gekauft, mit wohlmöglich durchgehender Bodenplatte wäre ich mir dieser Umstände ja bewusst gewesen.

      Das Problem der zusammenstoßenden Platten lässt sich ja nun nicht mehr rückgängig machen. Da der Nachbar nicht mit sich reden lässt und grundsätzlich alles besser kann und weiß, fürchte ich fast, zum Äußersten, sprich Gutachten in Verbindung mit Anwalt, greifen zu müssen. Macht sowas Sinn? Kann man hier den Nachbarn zu nachträglichen Schallschutzmaßnahmen zwingen? Greift da die Rechtschutzversicherung? Fällt das noch in den Bereich „Neubau“ oder ist das schon Nachbarschaftsrecht?

      Hat hier jemand einen guten Rat, wie man weiterverfahren könnte oder sollte oder hat eine ähnliche Situation gehabt? Ich wäre für Tipps, Ratschläge und Hinweise sehr dankbar, da wir einfach nur unsere Ruhe möchten, und ich mir nicht mehr zu helfen weiß. Habe bereits Hinweise bekommen, dass das nicht nur an der Bodenplatte liegen sondern noch weitere Dämm-Fehler vorliegen könnten, bin aber dankbar für alle weiteren Hinweise.
      Danke für´s Lesen, ich weiß, das war viel Text.
    • Re: Schallübertragung in Doppelhaushälfte

      Ich hatte Dir ja bereits geschrieben, dass die Bodenplatte bzw. die vielleicht nicht optimale Trennung, nicht ursächlich sein kann. Selbst bei einer durchgehenden Bodenplatte wäre die Differenz nur wenige dB, in Deinem Fall würde ich auf eine Verschlechterung im Bereich 1-2dB tippen, wenn überhaupt.
      Der mangelhafte Schallschutz muss daher andere Ursachen haben, denn ich bezweilfe, dass Du den Unterschied von 1 oder 2dB akustisch wahrnehmen kannst.

      Folglich bleibt nur die Messung der Schalldämmung und Überprüfung, ob die notwendige Schalldämmung erfüllt ist. Sollte das nicht der Fall sein, dann kann man sich gezielt auf Ursachenforschung begeben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Ursache nicht in der Bodenplatte liegt. Da muss es einen anderen Grund geben.
    • Re: Schallübertragung in Doppelhaushälfte

      ich habe einen teil meines beitrags im grünen kopiert:

      ohne sachverständigengutachten und jurist wirst du wahrscheinlich nichts machen können, außer du bittest den nachbarn mal auf ein bier rüber zu dir und er soll seine lieblings-cd in der lieblingslautstärke in seinem wohnzimmer laufen lassen. dann nimmt er es auch nur selbst wahr. die lösung des problems ist dann aber immer noch nicht in sicht.

      sonst wie R.B., hier gibt es keine besseren antworten als es im grünen gab, nur hier gibt es weiter antworten.

      trotzdem schön, dass du hier bist!