Gutachter: Zahlung verweigern

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  • Gutachter: Zahlung verweigern

    Hallo,

    wir haben eine feuchte Kellerwand.

    Ich habe einen öbuvSV beauftragt, sich die freigelegte Abdichtung anzusehen.

    Er kam vorbei, hat sich den feuchten Kellerraum und die Kellerabdichtung eine Stunde lang angeschaut.

    Dann kam er zu der Erkenntnis, dass - falls nun über die vorhandene KMB neu abgedichtet wird - alles ok sei.

    Im Nachhinein hat sich jetzt herausgestellt, dass die Hohlkehle ihrem Namen alle Ehre macht (es besteht überall ein Spalt von ca. 3 mm zwischen Sperrmörtel und Mauerwerk; die KMB liegt dort also hohl!).
    Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die KMB auf der Dichtschlämme teilweise mit einem einfachen Spachtel zu entfernen ist, und dass die Schichtstärke stellenweise unter 3 mm liegt.
    Die Lichtschächte sind auch fälschlicherweise direkt an die Drainage angeschlossen.

    Diese Mängel durfte ich allesamt selbst feststellen!
    Die komplette Abdichtung kommt jetzt runter und wird neu erstellt (übrigens ohne große Widerworte seitens des !)...
    Hätte ich dem Gutachter geglaubt, wäre jetzt lediglich die eine Ecke schlampig repariert worden.

    Jetzt flatterte mir seine Rechnung über 600 EUR ins Haus!
    Es werden 4 Stunden in Rechnung gestellt, obwohl er nur eine Stunde vor Ort war und insgesamt 30 Minuten Fahrtzeit hatte!
    Etwas Schriftliches habe ich überhaupt nicht von ihm bekommen!

    Ich möchte diesem "Experten" am liebsten überhaupt kein Geld zahlen. Man stelle sich nur vor, ich hätte mir die Abdichtung nicht selbst noch genauer angesehen!

    Wie sieht das rechtlich aus?
    Wenn er solch eklatante Mängel übersieht (er war ausschließlich zur Begutachtung der KMB da!), dann hat er doch die von mir erwünschte Leistung nicht erbracht!
    Oder sehe ich das falsch?
  • Da öbuv SV von der Handwerkskammer bestellt werden wäre es sinnvoll sich an Deine zuständige Kammer zu wenden. Vorher würde ich aber erst Mal - in ähnlicher Form wie hier - den SV anschreiben und auf seine Reaktion gegen die Vorwürfe abwarten. Dann wäre immer noch Zeit für die Schlichtungsstelle. Gibt es ein Zahlungsziel?
    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot
  • FeuchterKeller schrieb:

    .... dann hat er doch die von mir erwünschte Leistung nicht erbracht!

    Die war wie definiert?

    Ganz wichtig, sollte es zu einem Streit kommen, dann zählt nur was nachweislich vereinbart war. Dann kann ein Punkt oder Komma schon entscheiden, ob ein Auftrag erfüllt wurde oder nicht.
    Die 4h sind noch kein Grund die Rechnungssumme anzuzweifeln, vielleicht sind ja noch 1 oder 2 Bürostunden angefallen. Ob der SV die von Dir aufgedeckten Mängel hätte sehen können, bzw. sehen müssen, das ist schwierig zu beurteilen. SV sind keine Hellseher, und wer weiß, ob ein höherer Aufwand noch verhältnismäßig gewesen wäre. Dann hätte er vielleicht 4 oder 6h gesucht und nichts gefunden, und die Rechnung wäre doppelt so hoch ausgefallen.
  • welche aufgabenstellung wurde denn an den sachverständigen gestellt?

    wenn der sachverständige die von dir aufgezählten mängel hätte alle untersuchen müssen, dann wären mehr stunden dabei rausgekommen.

    wenn der sachverständige die fragen deiner aufgabenstellung beantwortet hat, dann steht ihm das in rechnung gestellte honorar zu. die anderen fehler kann er auch nicht sehen, wenn der röntgenblick fehlt oder die glaskugel in reparatur ist.
    das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
  • rolf a i b schrieb:



    wenn der sachverständige die fragen deiner aufgabenstellung beantwortet hat, dann steht ihm das in rechnung gestellte honorar zu. die anderen fehler kann er auch nicht sehen, wenn der röntgenblick fehlt oder die glaskugel in reparatur ist.
    Gibt es denn fuer obuv SV eine Honorarordnung? Die muesste dann ja bei der HWK irgendwo einsehbar sein, oder?

    Wenn ich mir die hiesigen empfohlenen Honorarsaetze, z.B. fuer ungeregelte Ingenieurleistungen (!!!) bei Straßen- und Ingenieurbauwerke von 83.-/h so anschaue, dann wuerde mich die Berechnungsgrundlage dieses obuv SV schon mal interessieren. Hat er den Stundensatz im Vorfeld so angeboten?
  • karo1170 schrieb:

    rolf a i b schrieb:

    wenn der sachverständige die fragen deiner aufgabenstellung beantwortet hat, dann steht ihm das in rechnung gestellte honorar zu. die anderen fehler kann er auch nicht sehen, wenn der röntgenblick fehlt oder die glaskugel in reparatur ist.
    Gibt es denn fuer obuv SV eine Honorarordnung? Die muesste dann ja bei der HWK irgendwo einsehbar sein, oder? Wenn ich mir die hiesigen empfohlenen Honorarsaetze, z.B. fuer ungeregelte Ingenieurleistungen (!!!) bei Straßen- und Ingenieurbauwerke von 83.-/h so anschaue, dann wuerde mich die Berechnungsgrundlage dieses obuv SV schon mal interessieren. Hat er den Stundensatz im Vorfeld so angeboten?
    Nein, es gibt keine Honorarordnung für ö.b.u.v. SV.

    Für Gerichtsgutachten regelt das JVEG die Honorarhöhe. Dessen Sätze sind aber für Privatgutachten eher als das untere Ende des Honorarspektrums anzusehen. Die Honorarhöhe für Privatgutachten kann frei vereinbart werden. Im Baubereich sind bei wirklich guten SV 25 - 50 % über JVEG üblich, durchaus auf Nachweis auch für's Gericht.

    Freiberufliche Ingenieure und Architekten berechnen hier in B an Endkunden meist Stundensätze um 100,- € zzgl. Mwst. Hierzu auch dieser Link zu einer Handreichung der AK Berlin über die angemessene Ermittlung von Stundensätzen für frei vereinbare Honorare. (Und bevor jetzt wieder die Neiddebatte losgeht: Davon bleiben netto am Ende kaum mehr als 30,- € für Büroinhaber übrig.
    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
  • Welchen Auftrag hatte denn der SV?
    a) Sag mir, wie ich die Nässe wegkrieg.
    b) Nenne mir alle Mängel an meinem Keller.

    Bei a) hätte er doch seine Aufgabe erfüllt, denn die KMB war zu überarbeiten.
    Das bei der Überarbeitung weitere Mängel zu Tage kommen, war nicht relevant.

    Wenn b), dann wäre der Auftrag in keiner Weise erfüllt und dann wohl auch kein Honorar fällig.

    Hat der SV mal über eine Freischachtung gesprochen oder Du diese für seine Arbeit von vorneherein ausgeschlossen?
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • Der Gutachter hatte als Auftrag "Begutachtung der freigelegten Abdichtung".

    Da kann man doch erwarten, dass er mittels eines Cutters mal kurz prüft, ob die KMB hält bzw. wie dick diese ist!
    Auch die Hohlkehle hätte man sich mal genauer anschauen können!
    Er hat lediglich herumliegende KMB Stücke per Augenschein inspiziert und gemeint, dass die Schichtdicke ausreichend sei (ohne zu messen!).
    Und offensichtliche Mängel wie direkter Anschluss eines Lichtschachtes an die Drainage hat er auch nicht gesehen!

    Sein Stundensatz liegt übrigens bei 110 EUR netto.

    Von öbuvSV halte ich mittlerweile überhaupt nichts mehr!
    Ich habe jetzt schon einige durch, und bislang ist mir noch keiner durch besondere Kompetenz aufgefallen...
    Nicht auszudenken, wenn solche Luftpumpen mit einem Gerichtsgutachten beauftragt werden.

    Wobei mein Anwalt meinte, dass der hier angesprochene SV eine sehr ausgeprägte Inkompetenz an den Tag legt!
    ---------- 31. August 2016, 09:24 ----------
    Hier mal noch ein paar Bilder.
    Das hätte man alles in einigen Minuten herausfinden können.
    Ich habe jetzt auch keine Stunden im Arbeitsraum verbracht!
    Bilder
    • Hohlkehle_Spalt1.jpg

      210,65 kB, 1.152×648, 47 mal angesehen
    • KMB_am_Stück_entfernt.jpg

      275,27 kB, 1.152×648, 42 mal angesehen
    • KMB_zu_dünn.jpg

      128,13 kB, 486×864, 43 mal angesehen
  • FeuchterKeller schrieb:

    Der Gutachter hatte als Auftrag "Begutachtung der freigelegten Abdichtung".

    War das alles? Ich nehme mal an, es gab keine schriftliche Beauftragung, aus der man den zu erwartenden Leistungsumfang entnehmen könnte, oder?

    Ich frage deswegen so penetrant, weil die Details entscheidend sind dafür, ob man gegen die Rechnungsstellung vorgehen kann. Bisher sehe ich noch nichts, was dazu geeignet wäre,den Rechnungsbetrag in Zweifel zu ziehen. Gefühlt wurde der Auftrag nicht korrekt abgearbeitet, juristisch betrachtet könnte das aber ganz anders aussehen, und wenn es zu einem Streit kommt, dann hat das Gefühl einen sehr geringen Stellenwert.

    Meine Vermutung/Eindruck ist, dass hier bereits bei der Auftragserteilung, bzw. Festlegung des Auftragsumfangs einiges schief gelaufen ist. Man könnte auch sagen, da haben beide Parteien aneinander vorbei geredet. Der AG erhoffte sich eine vollumfängliche Analyse, der AN ging wohl eher von einer "einfachen Begutachtung" aus.

    Die Frage ist, wie kriegt man jetzt noch die Kuh vom Eis?
    Nachdem kein weiterer Begutachtungsbedarf besteht, wird´s schwierig. Ansonsten könnte man den SV damit beauftragen, alles "richtig" zu untersuchen (und den Aufwand auch bezahlen). Der Zug ist aber durch. Verbleibt also nur die 4h anzuzweifeln, und das wird schwierig. Wie schon geschrieben, zahlt man bei so einer Begutachtung nicht nur die Anwesenheit vor Ort. Es dürfte dem SV leicht fallen, die Mehrstunden plausibel zu rechtfertigen. Es wurden beispielsweise auch keine Fahrtkilometer angesetzt. Man könnte noch bemängeln, dass die Rechnungsstellung nicht nachvollziehbar ist. Er hätte also die verrechneten Arbeiten genauer spezifizieren können, aber das macht man bei solchen Kleinbeträgen eher selten. Am Endergebnis würde das jetzt auch nichts ändern.

    Folglich sehe ich nur eine Möglichkeit, wobei nicht sicher ist, ob diese zum Erfolg führt. Ich würde den SV einfach mal anrufen und fragen, wie sich die 4h zusammensetzen. Sollte er keine plausible Erklärung liefern können, dann könnte man ja versuchen, sich auf 3h "pauschal" zu einigen. Ich kann nicht sagen, ob er da mitspielt, evtl. stellt er sich stur. Man könnte auch überlegen, ob sich der Aufwand dafür überhaupt lohnt, aber ein Anruf kostet nichts.

    Ich weiß nicht, wie der SV tickt, ich kann daher auch nicht vorhersagen, wie er darauf reagieren wird. Bei mir ist es so, dass einmal gestellte Rechnungen nur dann korrigiert werden, wenn diese nachweislich Fehler enthalten. Das passiert äußerst selten, und schon gar nicht bei so einem überschaubaren Leistungsumfang. Kunden die meinen sie müssten nachträglich noch an den Preisen drehen, kriegen von mir regelmäßig die Rote Karte. Aber auch das passiert äußerst selten.

    Fazit: Ob es einen Versuch wert ist, das musst Du entscheiden.
  • Die plausible Erklärung für die 4 Stunden würden mich dann aber auch interessieren.
    Laut Schilderung war er eine Stunde vor Ort plus 30 Minuten an-/Abfahrt. Schriftlich gibt's nix. Musste er also vorher erstmal eine 2,5 stündige Fortbildung machen oder hinterher 2 Stunden nachdenken, ob er vor Ort auch keinen Mist erzählt hat?
  • Danke, R. B.!

    Wenn ich einen feuchten Keller habe und mir einen SV hole, dann will ich doch natürlich die Ursache wissen.
    Auf die Abdichtung drauf schauen kann ich auch selbst.
    Außer eklatante Mängel wie Fehlstellen etc. sieht man doch so niemals!


    Zu den Stunden:
    Er war eine Stunde vor Ort.
    30 Minuten Fahrtzeit, die Kilometer hat er auch angesetzt (0.50 EUR/km).

    Er hat nichts Schriftliches angefertigt.
    Dann hat er mir noch auf eine E-Mail geantwortet, wofür ich ihm wohlwollend auch noch 30 Minuten zugestehen würde.
    Das wären maximal 2 Stunden!

    Der SV wollte sogar erst 500 EUR Vorkasse haben!
    Dann hat er sich noch über die Zahlungsmoral seiner Kundschaft beschwert.
    Dass es evtl. auch an seiner "Leistung" liegen könnte, auf die Idee kam er nicht.

    Im Auftragsschreiben stand nur "Begutachtung" als beauftragte Leistung.
    In der Mail, an die ich das Auftragsschreiben angehängt habe, habe ich noch geschrieben:
    "Wie bereits beschrieben, benötigen wir (zunächst) kein schriftliches Gutachten.
    Insofern habe ich die entsprechende Passage durchgestrichen.
    Sollte sich herausstellen, dass die gesamte Abdichtung mangelhaft ist, könnte es natürlich sein, dass wir Ihnen ein solches Gutachtenin Auftrag geben."

    Das impliziert doch, dass er nach Mängeln an der Abdichtung suchen soll!

    Aber der springende Punkt ist ja, dass ich mir einen Fachmann hole, der mich als Laien unterstützt.
    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!
    Man stelle sich vor, ich hätte ihm alles geglaubt, dann wäre der Keller schon wieder verfüllt - mit samt der grottigen Abdichtung...
  • FeuchterKeller schrieb:

    Der Gutachter hatte als Auftrag "Begutachtung der freigelegten Abdichtung".

    FeuchterKeller schrieb:

    Wenn ich einen feuchten Keller habe und mir einen SV hole, dann will ich doch natürlich die Ursache wissen.Auf die Abdichtung drauf schauen kann ich auch selbst.
    ...


    Aber der springende Punkt ist ja, dass ich mir einen Fachmann hole, der mich als Laien unterstützt.
    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!
    Man stelle sich vor, ich hätte ihm alles geglaubt, dann wäre der Keller schon wieder verfüllt - mit samt der grottigen Abdichtung...
    Den Widerspruch zwischen beiden kursiv gesetzten Aussagen erkennst Du sicherli8ch selbst. Der Auftrag war demnach anscheinend nicht so formuliert, dass er den eigentlichen Wunsch vollständig wiedergegeben hat. Das ist jetzt aber nicht emhr zu heilen.

    Die Differenz zwiswchen wahrgenommenem und abgerechneten Zeitaufwand müsste der SV erklären, nachvollziehbar ist er nach dieser Schilderung nicht.

    Auch ich habe eine Vermutung, wahrscheinlich eine ähnliche wie @ R.B.. Doch wie dem auch sei: Kurz gefasst sehen wir hier ein Beispiel dafür, weshalb einige SV ihre privat (also nicht gerichtlich) zu erstellencden Begutachtungen / Stellungnahmen etc. nur auf Vorkasse übergaben. Ich persönlich würde die Fragestellung schon vor Angebotserstellung deutlich genauer zu fassen versuchen, damit es zu solchen "Missverständnissen" wie hier garnicht erst kommt.
    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
  • FeuchterKeller schrieb:


    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!

    Muss er das wirklich? oder hätte man besser schreiben müssen "sollte mehr sehen als ein Laie"?

    Das Problem mit Sachverständigen ist, dass von vornherein unterstellt wird, dass diese auch sachverständig sind, über das entsprechende Fachwissen verfügen, und dieses auch anwenden können. In vielen Fällen, evtl. auch in den meisten Fällen, trifft das auch zu. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass man es nicht immer mit absoluten Experten zu tun hat. Manchmal liegt es auch daran, dass diese nur in bestimmten Teilbereichen über ausgeprägtes Fachwissen verfügen, aber auch in verwandten Bereichen tätig sind. Das ist allgemein eine eher unbefriedigende Situation, aber ich kenne keine Lösung dafür. Hierzu müsste man das komplette Sachverständigenwesen umkrempeln, und das wird niemand machen.

    Mein Eindruck ist, dass gerade im Bauwesen die Aufgaben so komplex geworden sind, dass man dutzende SV bräuchte. Stattdessen sind aber immer wieder Universalgenies unterwegs, denn wenn sich ein SV zu sehr spezialisieren würde, könnte er von seinem Job nicht mehr leben. Also wildert er immer wieder in verwandten Bereichen.

    Das ist aber in anderen Branchen nicht viel besser. Ich erinnere mich an ein Verfahren im (zahn)medizinischen Bereich, das meine Schwiegermutter als Klägerin ausfechten musste. Am Ende lagen bis zur Urteilsverkündung gut ein halbes Dutzend Gutachten von verschiedenen SV in den Akten. Hätte die Richterin nach 4 oder 5 Jahren nach dem 7. Gutachten nicht die Notbremse gezogen, dann würden sich die beiden Parteien wohl heute noch die Gutachten um die Ohren hauen.
  • R.B. schrieb:

    FeuchterKeller schrieb:

    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!
    Mein Eindruck ist, dass gerade im Bauwesen die Aufgaben so komplex geworden sind, dass man dutzende SV bräuchte. Stattdessen sind aber immer wieder Universalgenies unterwegs, denn wenn sich ein SV zu sehr spezialisieren würde, könnte er von seinem Job nicht mehr leben. Also wildert er immer wieder in verwandten Bereichen.
    Das Schlimme daran ist aber, dass genauer dieser SV vom Gericht beauftragt werden könnte, sich meine Abdichtung anzuschauen!
    Ich glaube mittlerweile wirklich, dass Gutachter für "Schäden an Gebäuden" im Allgemeinen keinen blassen Schimmer haben!
    Leider gibt es keine speziellen Gutachter für Kellerabdichtungen, wobei genau in dem Bereich häufig Mängel auftreten.

    Mein Anwalt hat vor Gericht schon einmal einen Befangenheitsantrag gegen genau diesen SV gestellt.
    Leider habe ich das erst im Nachhinein erfahren, da er genau zu der Zeit im Urlaub war.
  • Mich würde eine Schilderung des Vorgangs aus Sicht des Gutachters sehr interessieren.

    Eine belastbare Beurteilung, wer nun "der Gute" und wer "der Böse" in diesem Spiel ist, kann erst getroffen werden, wenn beide Seiten angehört wurden. Meine bescheidene Meinung, ohne dass ich für oder gegen jemanden Partei ergreifen möchte.
    ---------- 31. August 2016, 11:05 ----------

    FeuchterKeller schrieb:

    R.B. schrieb:

    FeuchterKeller schrieb:

    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!
    Mein Eindruck ist, dass gerade im Bauwesen die Aufgaben so komplex geworden sind, dass man dutzende SV bräuchte. Stattdessen sind aber immer wieder Universalgenies unterwegs, denn wenn sich ein SV zu sehr spezialisieren würde, könnte er von seinem Job nicht mehr leben. Also wildert er immer wieder in verwandten Bereichen.
    ... Leider gibt es keine speziellen Gutachter für Kellerabdichtungen, wobei genau in dem Bereich häufig Mängel auftreten. ...

    Das Bestellungsthema "Abdichtung von Bauwerken" gibt es. Bei der Sachverständigenliste der IHK und Eingaben "Bauwerksabdichtung" und "Koblenz" werden 2 ausgegeben.
    Betontechnologie ist die Kunst, Steine in Wasser schweben zu lassen ... :)
  • FeuchterKeller schrieb:

    R.B. schrieb:

    FeuchterKeller schrieb:

    Und dieser Fachmann muss einfach mehr sehen als ein Laie!
    Mein Eindruck ist, dass gerade im Bauwesen die Aufgaben so komplex geworden sind, dass man dutzende SV bräuchte. Stattdessen sind aber immer wieder Universalgenies unterwegs, denn wenn sich ein SV zu sehr spezialisieren würde, könnte er von seinem Job nicht mehr leben. Also wildert er immer wieder in verwandten Bereichen.
    Das Schlimme daran ist aber, dass genauer dieser SV vom Gericht beauftragt werden könnte, sich meine Abdichtung anzuschauen!

    Na ja, das könnte Dir auch mit einem Anwalt passieren oder einem Richter. Nicht umsonst werden viele Verfahren durch mehrere Instanzen getrieben, und/oder Anwälte ausgetauscht.
    Nebenbei bemerkt, ich kenne SV die ertrinken in Arbeit, die nehmen private Aufträge gar nicht, oder nur mit vielen Monaten Vorlaufzeit an, und es gibt SV die könnten theoretisch noch am gleichen Tag bei Dir auf der Matte stehen. Woran das wohl liegt? ;)

    Ich verstehe schon, dass man für sein Geld immer das Bestmögliche erwartet, doch leider zeigt die Praxis, dass man auch verdammt viel Glück braucht. Beim Hausbau geht es halt meist um viel Geld, und selten hat man eine zweite oder dritte Chance. Ein Fehlgriff zu Beginn kann dann schon das Aus bedeuten.

    Du ärgerst Dich über die mangelhafte Leistung bzw. die unverhältnismäßig hohe Rechnungssumme, das ist verständlich. Wenn es aber darum geht die Rechnungssumme zu bewerten, dann sieht die Welt ganz anders aus. Es ist nicht verboten einen unfähigen SV zu beauftragen. ;)

    Unter den Juristen ist das teilweise schon bekannt, genau deswegen verwenden diese viel Zeit für die Formulierung der Fragen (Auftrag) an den SV. Es hat sich zwischenzeitlich wohl rumgesprochen, dass allein schon durch eine ungeschickte Formulierung, schnell ein Prozess den Bach runter gehen kann. Nicht selten bedienen die sich weiterer Fachleute nur um die Fragen entsprechend formulieren zu können.

    Wenn ein Laie einen SV beauftragt, dann driften Vorstellung und Realität meist weit auseinander. Missverständnisse sind da schon vorprogrammiert. Andererseits kann man nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich das komplette Programm fahren, also sind wir wieder beim Glück. :D
  • Ich habe mit den öbuvs mit dem Bestellungstenor "Schäden an Gebäuden" IN MEINEM FACHBEREICH (Betontechnologie / Betoninstandsetzung) teilweise auch meine Probleme. Das Problem ist, dass die Kollegen häufig die Grenze ihren eigenen Fachkunde nicht kennen (oder nicht kennen wollen) und überschreiten, was dann dazu führt, dass das Gutachten platt gesagt Bockmist ist. Das ist mir nicht nur einmal untergekommen.
    Ich kenne aber auch öbuvs für Schäden an Gebäuden, die von Betontechnologie richtig Ahnung haben.
    Das Leben ist halt wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt.

    Wenn man also ein spezielleres Problem hat, sollte man auch einen speziellen Gutachter dafür beauftragen.
    Betontechnologie ist die Kunst, Steine in Wasser schweben zu lassen ... :)
  • JamesTKirk schrieb:


    Wenn man also ein spezielleres Problem hat, sollte man auch einen speziellen Gutachter dafür beauftragen.

    :thumbsup:

    Den zu finden ist aber nicht so einfach. Als Laie verfügt man weder über Erfahrungswerte, noch kann man Referenzen bewerten. Man braucht, wie so oft im täglichen Leben, auch wirklich eine gehörige Portion Glück.
    ---------- 31. August 2016, 11:32 ----------

    FeuchterKeller schrieb:

    Ich habe damals übrigens auch einen Gutachter angefragt, der zu mir meinte, dass er 200 EUR/Stunde netto nimmt.
    Da habe ich natürlich mal per Mail gefragt, wieso der Stundensatz im Vergleich zu seinen Kollegen so hoch sei.

    Da meinte er doch tatsächlich "weil ich einer der besten bin!".
    Solch ein Selbstbewusstsein hätte ich auch gerne ;)

    Siehste, und wenn Du zu mir kommst, wird es noch teurer, weil ich auch noch einen nicht unerheblichen Messgeräteeinsatz amortisieren muss. ;)

    Ein Grund warum ich so gut wie nie irgendwelche Angebote auf Stundenbasis mache.
  • ich habe jetzt das thema von oben runter gelesen.

    ich frage mich, warum ein sachverständiger herangeholt wird, wenn über ein gerichtsverfahren noch ein sachverständiger bestellt wird. in diesem speziellen fall ist es ratsam, mit dem anwalt die vorgehensweise im vorfeld genau abzustimmen, mit dem anwalt die aufgabenstellung des sachverständigen auszuarbeiten und mit dem anwalt einen geeigneten sachverständigen auszuwählen.

    verbuch es als lehrgeld, zahl die rechnung und stimm die weitere vorgehensweise mit deinem anwalt ab, nicht dass du dein gerichtsverfahren im vorfeld selbst kaputt machst.
    das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
  • Ein Beweisverfahren wird es höchst wahrscheinlich nicht geben!

    Nachdem ich dem die oben angehängten Bilder (sowie einige andere) gezeigt habe, wurde eingewilligt, dass erstmal drei komplette Wände neu abgedichtet werden.
    An einer Wand steht der Carport, diese würden wir wahrscheinlich so lassen, da es erstens sehr aufwändig wäre, diese freizulegen und da dort sowieso kein Regenwasser hinkommt. Eine Gewährleistungsverlängerung gibt es aber natürlich fur den kompletten Keller.