Gewährleistungsverlängerung Estrich einfordern?

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    • Gewährleistungsverlängerung Estrich einfordern?

      Liebe Bauexperten,

      bei uns (Bau mit ) gab es leider keine Absprache zwischen Elektro-, Sani- und KWL-Installation. Dementsprechend legte jeder munter los und es kam so, dass an manchen Stellen im Erdgeschoss Kreuzungen der Leitungen entstanden sind, die dazu führten, dass dort keine Trittschalldämmung gelegt werden konnte und diese Stelle nur mit einer dünnen, flexiblen schaumstoffähnlichen Lage bedeckt werden konnte (siehe Bild). Eine Dämmschüttung wurde natürlich darunter eingebracht.

      Der Estrichleger sagte mir, dass er sowas öfter sehen würde und es kein Problem sei.
      Unser Gutachter rät uns zu einer Verlängerung der Gewährleistung auf den Estrich auf 10 Jahre, der weigert sich diese zu gewähren.

      Sind solche Stellen als äußerst kritisch zu beurteilen oder wirklich "Normalität" beim Hausbau, wenn die Koordination bei der Rohinstallation eben nicht geklappt hat?

      Danke!
      Bilder
      • Trittsch.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von R.B. ()

    • Auf dem Bild sieht man gar nichts.
      Wenn Deine Beschreibung stimmt, ist der Aufbau mangelhaft. Mit einer Gewaährleistungsverlängerng akzeptierst Du diesen Mangel und darfst Dich im Faslle eines Falles streiten, was da ursache ist, wenn es den denn überhaupt noch gibt und er den Schaden finazielle wuppen könnte!

      Der soll gefälligst seine Handwerker in den Griff kriegen und den Aufbau so machen, wie es sich gehört.

      Wenn ich solche Ratschläge lese, dann weiß ich einmal mehr, warum hier so viele nichts von den Buchstabenverbänden halten.

      Wenn der Estrich reisst, wenn Ihr drin wohnt, ist das schlicht ein Riesenproblem und so lange man hier noch gegensteuern kann, sollte man es tun.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Hallo Ralf,

      danke für die Antwort. Das Kind ist insofern in den Brunnen gefallen, der Estrich wurde bereits gelegt. Bei den vielen Kabeln heutzutage ( KNX , el. Rollos, etc.) und KWL-Rohren etc. ist der o.g. Sachverhalt doch sicherlich keine Seltenheit. Zumindest laut Estrichleger...

      Und jetzt? Gewährleistungsverlängerung durchboxen? Aufheizen abwarten und schauen, ob sich Risse bilden?
    • hast du denn den mangel deinem generalübernehmer schriftlich angezeigt?

      wenn es sich wirklich um einen generalübernehmer handelt, hätte er vor ausführung planen müssen, dann wäre der mangel zu vermeiden gewesen.

      was hast du von einer verlängerten gewährleistung?
    • ein protokoll ersetzt keine mängelanzeige.

      war dem herrn vom VPB dieser mangel vor dem estricheinbau bekannt? wenn der estrich eingebaut ist, kann man die von dir beschriebenen mängel nicht mehr erkennen.
    • Bisher lief es so immer gut, wir haben das Protokoll mit den dort aufgelisteten Mängeln an den Bauleiter geschickt und es wurde sich drum gekümmert. Letztendlich erhält darüber der Kenntnis von den Mängeln. Richtig ist es natürlich schon, das Ganze förmlich in eine Mängelanzeige mit Fristsetzung zu packen.

      Also wir waren mit dem Gutachter extra vor Estricheinbau an der Baustelle und haben ihn nach der Begehung gefragt, ob irgendein Mangel gegen den Estricheinbau spricht. Dies wurde verneint, dem Estricheinbau stünde nix im Wege. Als ich dann noch den Estrichleger direkt gefragt hatte und dieser sagte, das sei so nichts Außergewöhnliches, sah ich natürlich keine Veranlassung irgendetwas zu stoppen.

      Die Mängel wurden alle mit Fotos dokumentiert (haben vor Estricheinbau den Boden im gesamten Haus abfotografiert).

      Wieso hilft uns die Gewährleistungsverlängerung nicht weiter? Der ist börsennotiert und sehr groß... klar, keiner weiß was in 10 Jahren ist, aber zumindest ist bei diesem die Wahrscheinlichkeit dass er noch am Markt ist durchaus gegeben.
    • was erhoffst du dir von der gewährleistungsverlängerung, auf die der generalübernehmer nicht einsteigt?

      du solltest schauen, wie du eine riskoeinschätzung bekommst, damit du erkennen kannst, was auf dich zukommen kann. wenn durch den kruden unterbau der querschnitt des estrichs nicht eingeschränkt wird, dann sind erst einmal spannungsrisse minimiert. die frage ist, wie weit wird der trittschallschutz gemindert durch den aufbau? kann man damit leben? im einfamilienhaus sicher ein kleines problem.

      die kosten der risikoeinschätzung ziehst du deinem generalübernehmer von der rechnung ab. wenn dir die risikoeinschätzung vorliegt, wird man weiter sehen.
    • Tigu schrieb:

      Bei den vielen Kabeln heutzutage ( KNX , el. Rollos, etc.) und KWL-Rohren etc. ist der o.g. Sachverhalt doch sicherlich keine Seltenheit. Zumindest laut Estrichleger...
      Das in 30er Zonen vor Schulen 50 - 60 gefahren wird, ist auch keine Seltenheit (besonders von liefernden und holenden Eltern).
      Damit brauchst Du dem Schupo von der Rennleitung aber nicht kommen, wenn der von Dir XY € oder gar die Pappe haben möchte.

      Dito der Estrichmangel.

      Das viele Leitungen Probleme machen können, ist keine Erkenntnis, die grad erst vom Himmel gefallen ist, aber ähnlich wie "Am 24.12. kam völlig überraschend Weihnachten" kommt auch jedesmal, wenn der Estricher seine Dämmung verlegt hat völlig überraschend die Erkenntnis, das der geplante Aufbau nicht ausreicht, um alle Leitungen samt Kreuzungen drin unterzubringen und dann noch 2 cm Dämmung drüber zu legen!

      Der Sündenfall ist schon in der Entwufsplanung angelegt, wenn ohne Hirn eine lichte Geschoßhöhe festgelegt wird.
      "Das machen wir seit 20 Jahren so" Genau! Vor 20 Jahren wars schon grenzwertig und heute knallts regelmäßig.

      Deinem 3-Buchstaben Künstler solltest Du nur sehr bedingt trauen! Wer so was a´la "KIrche im Dorf lassen" durchwinkt, gehört hinter die Reservebank (nicht da drauf)!
      Ich habe meinem Kunden auch einen krummen Nagel anzuzeigen, wenn die DIN ; die Fachregeln oder nur der gesunde Menschenverstand einen geraden verlangen. Ich kann ihm bestenfalls eine Risikoeinschätzung geben - irgendwo zwischen "Haus stürzt deswegen morgen ein" und "Den Nagel braucht eh keiner"
      Denn DER KUNDE entscheidet, wie er mit Mängeln an seinem Haus umgeht. Nicht ich! Dafür muss er aber Mängel kennen und einsortieren können.

      Das habe ich auch immer wieder, dass ich Dinge aufzeige, bei denen die Kunden sagen: "Herr Dühlmeyer, ist das wirklich so schlimm?"
      Und in ähnlichen Lagen reagieren die ganz unterschiedlich.
      Einer sieht einen mangelhaften PE als so lala, einen Wand 2 mm ausserhaöb der Toleranz aber als Katastrophe, der nächste genau umgekehrt. "Riss macht nix, kann ich zuspachteln"

      Jeder ist da anders und muss selbst entscheiden.
      ---------- 28. August 2016, 17:01 ----------

      Tigu schrieb:

      Der ist börsennotiert und sehr groß... klar, keiner weiß was in 10 Jahren ist, aber zumindest ist bei diesem die Wahrscheinlichkeit dass er noch am Markt ist durchaus gegeben.
      Du meinst den mit einem H aus der Nähe von H?

      Viel Spass beim Gebiss einpassen, nachdem Du Dir die Zähne an dem ausgebissen hast. Der Estrich ist drin und wird auch drin bleiben. Und Gewährleitungsverlängerung gibts auch nicht.

      Was glaubst Du wohl, warum der groß genug wurde, um an die Bröse zu kommen?
      Weil er vor jedem Häuslebauer mit einem Mangel zu Kreuze gekrochen ist oder weil er das alles ausgesessen hat?

      Und wenn Dein Buchstaben-SV noch eine Haftungsbegrenzung drin hat (ich kenne DEREN Verträge nicht), dann hast Du nix, wenn der Estrich knallt.
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    • Gast1234 schrieb:

      was erhoffst du dir von der gewährleistungsverlängerung, auf die der generalübernehmer nicht einsteigt?

      du solltest schauen, wie du eine riskoeinschätzung bekommst, damit du erkennen kannst, was auf dich zukommen kann. wenn durch den kruden unterbau der querschnitt des estrichs nicht eingeschränkt wird, dann sind erst einmal spannungsrisse minimiert. die frage ist, wie weit wird der trittschallschutz gemindert durch den aufbau? kann man damit leben? im einfamilienhaus sicher ein kleines problem.

      die kosten der risikoeinschätzung ziehst du deinem generalübernehmer von der rechnung ab. wenn dir die risikoeinschätzung vorliegt, wird man weiter sehen.

      Anlaufstelle für eine Risikoeinschätzung sind wiederum Gutachter, oder? Dass ich den bisherigen hierfür nicht in Anspruch nehmen sollte, habe ich verstanden. Sollte ich dann zu einem öffentl. best. vereid. Gutachter?

      Thema Trittschallschutz wäre auszuhalten, da es sich nur um das EG handelt und der darunterliegende Keller keine Schlafräume hat, sondern nur als Sport/Hobbybereich genutzt werden soll (neben Vorrat, Technik, WaKü).


      @Ralf: ich ärger mich selber, dass ich einen für den Hausbau beauftragt habe. Mit einem Architekten hätten wir viel mehr Beratung und wahrscheinlich auch weniger Probleme gehabt. Aber das Hadern hilft mir nun auch nicht weiter, oder wie es in Macbeth heißt: what's done is done and cannot be undone.
    • am besten ist ein gutachter der handwerkskammer für estricharbeiten.

      was ich nicht verstehe, dass dein baubegleiter sich die vorleistung anschaut und anhand deiner fotos werden die mängel erst nach dem estricheinbau erkannt.
    • Danke Dir Rolf.

      Also vor dem Estricheinbau war der Gutachter da, hat die Stellen als Mangel aufgenommen aber meinte, der Estrich könnte trotzdem gelegt werden. Daraus hatte ich geschlossen, dass der Mangel nicht so gravierend sei. Der Mangel wurde vor dem Estricheinbau erkannt, jedoch sind die Arbeiten so eng getaktet, dass bis zum Einreichen des Protokolls des Gutachters der Estrich dann bereits gelegt war.

      Wir sind mit dem Gutachter auch nicht sonderlich zufrieden. Bspw. werden Risse im Unterputz nicht mit eigenem Sachverstand beantwortet ("Ja,die Risse müssen so und so ausgebessert werden" oder "Nein, das ist normal"). Wir sollen eine schriftliche Erklärung des Herstellers einholen... naja, der wird natürlich sagen: "Alles spitze!"...
    • typisch für einen baubegleiter einer buchstabenorganisation, stellt einen mangel fest, sagt dann aber, estrich kann eingebaut werden und nachher soll der unternehmer die gewährleistung auf 10 jahre ausdehnen.

      geht da noch mehr antilogik?
    • Trittschall wird auch horizontal übertragen.

      Eine Gewährleistungsverlängerung hat nur dann Sinn, wenn an der sehr langfristigen Haltbarkeit eines Produktes Zweifel bestehen.

      Dass ein Estrich vier Jahre lang nicht reisst, aber dann nach neun, bezweifle ich.

      Ein Sachverständiger, der einen Mangel zwar erkennt, aber nicht den adäquaten ersten Schritt zu dessen Beseitigung nennt, sondern gleich vorschlägt, wie man mit einem verbleibenden Mangel umgehen soll, ist das Geld seines Auftraggebers zweifelsohne nicht wert.

      Off-Topic:
      Dass Sachverständige von Organisationen mit 3 oder mehr Buchstaben per se schlechter sind als andere bezweifle ich sehr, nachdem mir im letzten halben Jahr ca. 10 "Freie Sachverständige" hanebüchenen Blödsinn vorgetragen haben, teilweise auch hier im Forum, während zwei von großen Organisationen ein sehr sicheres Präsenzwissen über die a.R.d.T . hatten. Eine Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht fragte einmal bei einer Fortbildung, weshalb sich wohl jemand als SV ausschließlich mit Kleinaufträgen herumschlagen solle, wenn er mit einer eigenen Firma viel mehr Geld verdienen könne. Es gibt leider solche und solche und die Anzahl der Buchstaben des Arbeitgebers sagt mir dazu zu wenig.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker