Heizi schließt WP falsch an, Schaden, Abnahme ?

    • Heizi schließt WP falsch an, Schaden, Abnahme ?

      nAbend,

      folgendes Problem:
      WP wurde zum Estrichheizen per Baustrom in Betrieb genommen.

      Dann erfolgt die Umklemmung aufs Haus.
      Elektrik hab ich in EL gemacht bzw. vergeben. Der Verteiler kommt dabei vom Eli.

      Schnittstelle ist eine Klemmbox mit einem NYM-J 5x2.5, versorgt aus der Hauptverteilung.
      FI 500mA (TT-Netz!), 3x C16 Automaten für die Phasen (wie in Montageanleitung WP-Hersteller).

      Ich habe auf Anweisung und im Beisein des Heizungsbauers eingeschaltet. Beim Einlegen der Phase 2 gibts nen saftigen Kurzen.


      Nun hat der Elektriker (Angestellter des Heizungsbauer) vom Klemmkasten zur WP eine Leitung mit nummerierten Adern verwendet.
      Und wohl von Beruf Chaot und keiner bestimmten Systematik folgend die Adern wirr angeschlossen (Nicht etwas N auf 1 oder 4, sondern wirklich ohne System).
      Und ein Blick in den Kasten offenbarte dann auch gleich:

      auf den N der WP wurde L2 vom Verteiler geschalten. Damit waren dann beim Einschalten der 2ten Sicherung 400V auf der Phase 1 der WP. (die WP selbst ist einphasig, aber für den Heizstab 2 Phasen extra).

      Soo.. Heizi verdrahtet dann korrekt (hoho, und das als Nicht-Elektrofachkraft!) und siehe da: rien ne va plus ! Nur irgendein Ventil schaltet noch. Aber nix Steuerung.

      Nachdem dann die Hauptplatinen (?) getauscht wurde, ist die WP wieder angelaufen, aber öfters mal die Sicherung von Phase eins geflogen. Vermutung Heizi: Sicherung defekt.
      Mein Eli hat dann um das auszuschließen mal die Sicherung von Phase 1 und 2 umgeklemmt, und dann fliegt immer noch die Sicherung von Phase 1 (nun in Gestalt der ehemligen Sicherung von Phase 2).
      Also: WP verursacht Überstrom auf Phase 1. Sporadisch. Mal nach wenigen Stunden Betrieb, mal auch 2 Tage gar nicht.

      So.. Freitag ist Abnahme terminiert, weil wir Samstag einziehen. Wie soll/kann ich mich dabei im Bezug zur WP verhalten?
      Kann ich einfach "nicht abnehmen" ?
      Abnahme mit dem . Der Heizi ist dessen Sub.

      Ich würde am liebsten gar nicht abnehmen, weil noch soviel fehlt..
      mind. 1 Innentür wird fehlen, 1 Raffstore, WP Außenteil ist noch nicht gescheit montiert und verfüllt, KWL noch nicht eingestellt, Türen haben nur 1-2 mm Spalt trotz KWL mit Zu- und Abluft in getrennten Räumen, Regenrohrsandfänge fehlen. Und dann das mit der WP.
    • SirSydom schrieb:


      ... So.. Freitag ist Abnahme terminiert, weil wir Samstag einziehen. Wie soll/kann ich mich dabei im Bezug zur WP verhalten?
      Kann ich einfach "nicht abnehmen" ? ...

      Ich würde am liebsten gar nicht abnehmen, weil noch soviel fehlt.. mind. 1 Innentür wird fehlen, 1 Raffstore, WP Außenteil ist noch nicht gescheit montiert und verfüllt, KWL noch nicht eingestellt, Türen haben nur 1-2 mm Spalt trotz KWL mit Zu- und Abluft in getrennten Räumen, Regenrohrsandfänge fehlen.
      Das wird eine Abnahme mit Mängeln, für eine Verweigerung reicht das aus technischer Sicht bei Weitem nicht aus.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • mach die abnahme, trag die mängel und restleistungen ins protokoll ein. nicht dass du ohne abnahme einziehst, die abnahme dadurch vollziehst und die bekannten mängel der beweislastumkehr unterliegen - kenne deinen bauvertrag nicht.

      was du aufzählst sind keine wesentlichen mängel, die eine abnahmeverweigerung zulassen.
    • Ich sehe das mit der Abnahmeverweigerung etwas anders.

      Die WP hat einen massiven Mangel und keiner garantiert, dass der Überstrom, der ja nicht sofort auftritt, sondern offensichtlich schleichend ansteigt, nicht mal so langsam ansteigt, dass der LS nicht rechtzeitig vor einem Brand in der Steuerung der WP auslöst!

      I C H würde die WP so nicht betreiben wollen! Ohne WP hat das Haus aber kein WW und ist damit für meine Begriffe schwer mangelbehaftet.

      Ich sehe drei Möglichkeiten:
      a) schafft der Heizi also bis Freitag eine neue WP an und hat die betriebsbereit montiert
      b) schafft der Heizi eine Alternative und trägt alle Folgekosten (höherer Stromverbrauch bei Eltheizer z.B.)
      c) Du verweigerst die Abnahme und vermerkst, dass der Umzug nur aus Gründen der Schadenminderung in das nicht abgenommene Objekt erfolgt und keine konkludente Abnahme durch Inbenutzungnahme erfolgt!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Das Auslösen des LS könnte auf einen weiteren Schaden hindeuten, der aufgrund der Überspannung entstanden ist, aber durch Austausch der Platine noch nicht beseitigt wurde.

      Denkbar wäre, Sanftanlauf/Motorschütz, FU, Netzfilter, usw.

      Es wäre auch möglich, dass die C16A für dieses Modell zu knapp dimensioniert sind, manche WP werden ja in verschiedenen Leistungsklassen angeboten, und bei den Typen mit höherer Leistung aus einer Serie muss dann auch der LS höher gewählt werden. In manchen Montageanleitungen wird das nicht oder nicht ausreichend beschrieben, so dass grenzwertig dimensionierte LS eingesetzt werden.

      Evtl. ist auch eine einstellbare Einschaltstrombegrenzung verbaut, bei der die Begrenzung für L1 noch nachjustiert werden muss.

      Aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen. Sicher ist, dass die WP noch mangelhaft ist. Wie schwer dieser Mangel wiegt, das kann ich jetzt nicht sagen. Eine WP die ständig mal wieder auf Störung geht, würde ich schon als schwerwiegend mangelhaft bezeichnen. In ein paar Wochen beginnt wieder die Heizsaison, da sollte man sich auf seine "Heizung" verlassen können.
    • Wegen der aufgelisteten Mängel die Abnahme zu verweigern, halte ich für risikoreich. Was gneau mit der WP los ist, weiß keiner. Wenn es sich später herausstellen sollte, dass es sich im Bereich der Anschlüsse nur um irgendeine Bagatelle gehandelt hat, könnte man im Streitfall insbesondere in der ersten Instanz schnell mal an einen richter geraten, der das als eine unbegründete Abnahmeverweigerung ansieht.

      Lieber so, wie die anderen hier bereits geraten haben:

      Abnahme ja, aber alle Mängelsymptome und offenen Restleistungen als Mangelvorbehalt ins Abnahmeprotokoll schreiben. Ausnahmslos.

      Angemessene Frist zur Mängelbeseitigung ins Protokoll schreiben. Von der letzten Rate einen Betrag zurückbehalten, der höchstens dem Doppelten der aufzuwendenden Mängelbeseitigungskosten entsprechend darf (konservativ schätzen!) und diesen Einbehalt nach und nach dann zahlen, wenn wieder einer der Mängel beseitigt wurde.

      Ihr wollt doch sicher auch einziehen, oder? Einzug ohne vorherige Abnahme und insbesondere ohne Vorbehalt von Mängel könnte als eine vorbehaltslose, konkludente Abnahme gewertet werden. Das sollte unbedingt vermieden werden.

      Ansonsten: ich freue mich für euch, dass ihr es bald geschafft habt! Gratuliere schon mal vorab! :thumbsup:
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      Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ralf Wortmann ()

    • Ralf Wortmann schrieb:

      Angemessene Frist zur Mängelbeseitigung ins Protokoll schreiben. Von der letzten Rate einen Betrag zurückbehalten, der höchstens den aufzuwendenden Mängelbeseitigungskosten entsprechend darf (konservativ schätzen!) und diesen Einbehalt nach und nach dann zahlen, wenn wieder einer der Mängel beseitigt wurde.
      Ist hier der Einbehalt in doppelter Höhe der Beseitigungskosten nicht zulässig?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      Ist hier der Einbehalt in doppelter Höhe der Beseitigungskosten nicht zulässig?
      Doch, natürlich - danke für den Hinweis! Das hatte ich erst so drin stehen in meiem Word-Text, ist dann aber wohl bei einer Satzumstellung wieder rausgerutscht.

      Ich habe jetzt den Satzteil im Originalbeitrag bearbeitet, sodass es dort jetzt heißt: "der höchstens dem Doppelten der aufzuwendenden Mängelbeseitigungskosten entsprechend darf".
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    • Off-Topic:
      SirSydom befindet sich derzeit ohne Internet und am Kistenschleppen :D
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot
    • bin wieder da, erstmal nur Internet im Büro, aber heute Nachmittag soll nun endlich der Techniker kommen und auch Zuhause Internet legen.

      Bei der Abnahme habe ich entsprechende Mängel aufnehmen lassen.

      So.. jetzt aber mal die ganze Geschichte! Das Problem ist jetzt wohl gelöst, nachdem ich den HB jeden Tag gesehen habe, ich konnt ich schon nicht mehr sehen, auch wenn er ein netter Kerl ist.

      HB hat den Werkskundendienst gerufen. Dem hab ich erstmal die Ursache erzählt, und er ist aus allen Wolken gefallen.. der HB wollte das wohl über Garantie abwickeln und hat den Grund verschwiegen. :teufel:

      Der Werkskundendienst war aber unfähig, hat es nicht mal geschafft den Fehler zu reproduzieren. "Ich hab alle Verbraucher eingeschaltet, und nix fliegt".
      Es gab dann noch Ärger als der HB vorbeikam und das Thema Garantie aufkam. Dabei hatte er auch keine Ersatzteile.

      Am nächsten Tag wurde dann die Platinen der Außeneinheit getauscht, hatte auch klar ersichtlich einen Defekt.
      => Sicherung fliegt immer noch.

      Tag drauf sagt mir der HB, wir könnten doch C20 Sicherungen reinmachen.. Die WP ist einphasig 3,6kW, der Heizstab 3phasig 9kW. Und 3,6kW + Pumpen und Steuerung wäre evtl. zuviel.
      Rücksprache mit meinem Eli, NYET, C20 brauchste 4mm², liegt nicht.
      HB legt trotzdem mal ein 4mm² von der Innen- zur Außeneinheit.. (20m) scheint erstmal zu klappen. Ja.. könnte sein. Reduzierter Widerstand reduziert auch die Leistungsaufnahme. Schwert zu glauben, aber wenns knapp wird?

      Wieder einen Tag später kommt der HB zum Lösen einer Kanalverstopfung vorbei, und wir reden nochmal über die WP.. Ihm kommt das ja komisch vor, das die Außeneinheit in der Wärmepumpe selbst nur mit so dünnen Drähtchen angeschlossen wären.. die auch schön warm werden. Ich hab ihn dann nochmal aufmachen lassen und ein schneller Vergleich mit den Installationsunterlagen zeigt:

      Die Außeneinheit der WP, also der Kompressor mit 3,6kW, war an dem Klemmblock für das Zubehör (!) angeschlossen, dieser wurde mit 1,5mm² versorgt.
      Das Problem dabei ist aber, dass das Zubehör auf L1 liegt, die Außeneinheit aber auf L3 angeschlossen werden muss. Denn im Parallelbetrieb (Kompressor + Heizstab) läuft der Heizstab auf L1+L2, damit auf L3 genug Saft bleibt..

      Ist der Kompressor an L1 angeschlossen, zieht die Anlage bis zu 7kW auf L1. Und da fliegt natürlich die Sicherung.
    • planfix schrieb:

      ganz nebenbei: du weißt schon, daß im winter der heizstab die hauptarbeit macht bei deiner WP?
      die 3,6 KW haben eine auslegungstemperatatur von wieviel °C außenluft?... dann kommt der heizstab!

      Wie kommst Du darauf? Die 3,6kW sind die el. Leistungsaufnahme des Kompressors, der macht selbst bei einer LWP dann mehr als 10kW thermisch, je nach AT sogar um die 14kW. Das reicht sicherlich, so lange er keinen 500m² Palast beheizen muss.
    • R.B. schrieb:

      planfix schrieb:

      ganz nebenbei: du weißt schon, daß im winter der heizstab die hauptarbeit macht bei deiner WP?
      die 3,6 KW haben eine auslegungstemperatatur von wieviel °C außenluft?... dann kommt der heizstab!
      Wie kommst Du darauf? Die 3,6kW sind die el. Leistungsaufnahme des Kompressors, der macht selbst bei einer LWP dann mehr als 10kW thermisch, je nach AT sogar um die 14kW. Das reicht sicherlich, so lange er keinen 500m² Palast beheizen muss.
      ok, nicht aufgepaßt, aufnahme...
      ich bin eben nur kein freund von den heizschwertern. aber das hat politische gründe, weils eben auch ohne geht.
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)


    • B (rot) ist der Wärmebedarf meines Gebäudes nach Heizlastberechnung (6,5kW @-14°C AT) + 1kW WW.

      (2) ist die Kennlinie meiner Wärmepumpe, (2') ist die Kennlinie meiner Heizungsanlage incl. 6kW Heizstab bis -20, dann 9kW Heizstab. Der "Knick" bei -20 ist dadurch begründet, dass ab da kein Kompressor mehr läuft und nur der Heizstabd mit 9kW.

      mMn mehr als genug Reserve. Bivalenzpunkt liegt bei ~-12 bis -13.
    • jaja, ... alles schön und richtig, hat bei jedem gutachten bestand, aber wenn der bedarf am höchsten ist, geht 100% der last ohne WP. dann verballerst du den strom 1:1 in heizenergie. schon vorher, nämlich wenn der 6KW heizstab einrückt, wirds teurer als nötig. aber das ist nun mal die politik der heizungsbaulobby. es wird warm, der bedarf ist gedeckt, koste es was es wolle. du hast die anlage gekauft, ziel erreicht. wen scheren deine stromkosten? was hilft es dir heute, wenn ich dir sage, du könntest billiger heizen?
      macht nüscht, ich hatte das ja schon vor langem getan.
      Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
    • Sorry Isa, aber da liegst Du sowas von daneben.


      planfix schrieb:

      aber wenn der bedarf am höchsten ist, geht 100% der last ohne WP. dann verballerst du den strom 1:1 in heizenergie.

      Das ist schlichtweg falsch. Die meisten LWP liefern selbst bei AT -20°C oder -25°C noch Heizleistung, Inverter liefern dann sogar noch ihre Nennleistung. Selbst wenn der COP dabei in den Keller geht, er ist immer noch höher als "nur mit Heizstab". Von 1:1 kann also nicht die Rede sein.



      planfix schrieb:

      schon vorher, nämlich wenn der 6KW heizstab einrückt, wirds teurer als nötig.

      Bei einem Bivalenzpunkt von -12°C kannst Du die Stunden zählen an denen ein Heizstab arbeitet. Da lohnt es sich gar nicht darüber nachzudenken, eine Schachtel Zigaretten ist teurer. Abgesehen davon, die nach EN12831 ermittelte Heizlast wird in der Praxis sowieso kaum benötigt, denn in den seltensten Fällen wird das komplette Haus (wie berechnet) auf Solltemperatur geheizt.

      Ich bin zwar kein Freund von LWP, aber es kann sich gegenüber SWP oder DV wirtschaftlich rechnen, gerade bei einer so geringen Heizlast und dem zu erwartenden geringen Jahresbedarf and Heizenergie.

      Nebenbei bemerkt, ich habe in meiner Anlage auch einen Heizstab verbaut. Das Teil hat irgendwas um die 100,- € gekostet, und egal was meine Anlage veranstaltet, so lange ich Strom in der Hütte habe, wird es auch warm. Für mich ist das Komfort, wenn es mal wieder etwas länger dauert die Anlage zu reparieren oder in Betrieb zu nehmen.
    • planfix schrieb:

      R.B. schrieb:

      planfix schrieb:

      ganz nebenbei: du weißt schon, daß im winter der heizstab die hauptarbeit macht bei deiner WP?
      die 3,6 KW haben eine auslegungstemperatatur von wieviel °C außenluft?... dann kommt der heizstab!
      Wie kommst Du darauf? Die 3,6kW sind die el. Leistungsaufnahme des Kompressors, der macht selbst bei einer LWP dann mehr als 10kW thermisch, je nach AT sogar um die 14kW. Das reicht sicherlich, so lange er keinen 500m² Palast beheizen muss.
      ok, nicht aufgepaßt, aufnahme...ich bin eben nur kein freund von den heizschwertern. aber das hat politische gründe, weils eben auch ohne geht.
      Wie begründest du das denn?
      Wenn ich die Befürworter richtig verstehe ist deren Argument;
      Du kannst die Anlage niedriger auslegen und hast einen besseren Wirkungsgrad.
      Die Heizung soll dann die 2-4 Tage richtige Kälte abpuffern und sonst aus bleiben.

      Also deren Argumentation folgend klingt das für mich schlüssig.

      Grüße Thomas
    • R.B. schrieb:

      Abgesehen davon, die nach EN12831 ermittelte Heizlast wird in der Praxis sowieso kaum benötigt, denn in den seltensten Fällen wird das komplette Haus (wie berechnet) auf Solltemperatur geheizt.
      na ja, mal abgesehen vom Sir, bei dem evtl. mit individuellen SollTemp gerechnet wurde...Wenn denn eine Berechnung nach EN 12831 gemacht wird (was aktuell im normalen Neubau schon eher die Regel als die Ausnahme ist), wird trotzdem idR pauschel mit den Standardwerten gerechnet.
      20°RT in den Wohnräumen ist nun nicht üppig, mich (und viele Frauen :D ) könntest Du damit jagen. 22,0 - 22,5° ist unsere Wohlfühltemp. Die BH mit denen ich zu tun habe wollen alle mind. 21,5°
      Selbst meinen Hobbyraum im Keller heize ich höher als 20°
      Dafür werden die 24° in den Bädern meist nicht erreicht....zudem: große raumweise Abweichungen sind im Neubau auch gar nicht drin.

      In Summe passt die tatsächlich benötigte Heizlast schon rel. gut zur Auslegungsheizlast, kann ich immer wieder feststellen.

      Das "Problem" bei der LWP ist auch weniger die Heizlast im Winter, als die WW Bereitung. Je nach Komfort- und Hygieneanspruch (das Legionellenthema), geht da einiges über den Zähler.
    • Zellstoff schrieb:

      R.B. schrieb:

      Abgesehen davon, die nach EN12831 ermittelte Heizlast wird in der Praxis sowieso kaum benötigt, denn in den seltensten Fällen wird das komplette Haus (wie berechnet) auf Solltemperatur geheizt.
      na ja, mal abgesehen vom Sir, bei dem evtl. mit individuellen SollTemp gerechnet wurde...Wenn denn eine Berechnung nach EN 12831 gemacht wird (was aktuell im normalen Neubau schon eher die Regel als die Ausnahme ist), wird trotzdem idR pauschel mit den Standardwerten gerechnet.
      Dann liegt der Fehler aber in der Heizlastermittlung und nicht an der WP. Ich rechne grundsätzlich mit individuellen Werten.
      Praktisch gesehen kommen sehr niedrige AT eher selten vor, und noch seltener über einen längeren Zeitraum. Meist handelt es sich um ein paar Stunden am frühen Morgen, spätestens im Tagesverlauf steigt die Außentemperatur wieder. Eine AT unter -20°C, und das dauerhaft 24/7 habe ich in unseren Breitengraden noch nicht erlebt. Ich kann mich an einen kalten Februrar vor einigen Jahren erinnern, da ging am frühen Morgen die Temperatur deutlich unter -20°C, aber tagsüber lag sie bereits wieder zwischen -10°C und -15°C. Das Ganze hat etwa eine Woche angedauert, wobei an sich nur an 2 oder 3 Tage diese extremen Verhältnisse auftraten.

      Die Auswirkungen einer Unterdeckung von vielleicht 1kW, bei einem modernen Haus wird es nicht viel mehr sein, sind auch überschaubar. Gibt es im Haus weiterre Wärmeerzeuger dann ist das sowieso kein Thema mehr.



      Zellstoff schrieb:

      R.B. schrieb:

      Abgesehen davon, die nach EN12831 ermittelte Heizlast wird in der Praxis sowieso kaum benötigt, denn in den seltensten Fällen wird das komplette Haus (wie berechnet) auf Solltemperatur geheizt.
      Das "Problem" bei der LWP ist auch weniger die Heizlast im Winter, als die WW Bereitung. Je nach Komfort- und Hygieneanspruch (das Legionellenthema), geht da einiges über den Zähler.

      Das ist ein Thema, da stimme ich zu. Die erste Frage wäre, ob die LWP bei diesen Extremtemperaturen überhaupt noch die gewünschte WW Temperatur erreicht. Ist das sichergestellt, dann ist es (fast) nur noch eine Frage der WW Menge die erzeugt werden muss. Dafür gehen bei einer typ. Familie um die 7-9kWh täglich drauf, und dann stellt sich die nächste Frage, zu welchen Zeiten soll das WW erzeugt werden (Speicherkonzept). In den seltensten Fällen kann die WP dann auf einen völlig "leeren" Speicher arbeiten, also muss man über den Tag verteilt vielleicht 3 Phasen zu je 30 Minuten einplanen, zu denen die WP mit etwas anderem als "Heizen" beschäftigt ist. Der Einfluss auf die Raumtemperatur ist dann fast schon vernachlässigbar.

      Aber, um dieser Abhängigkeit von der AT zu entgehen, kann man ja auf Konzepte mit Erdkollektoren setzen, egal wie diese ausgeführt werden, oder man setzt auf LWP mit Inverter und nimmt halt in Kauf, dass es Stunden gibt an denen die Kiste halt mit einem COP von 2 arbeitet. Erfrieren muss deswegen niemand, und kalt duschen auch nicht.

      Ob ich letztendlich auf eine LWP setze ist eine Sache der Prioritäten die ich setze, also meist der Investitionssumme (Faktoren wie Geräuschenticklung mal außen vor). So lange die Investitionssumme deutlich unter der einer SWP oder DV liegt, wird es schwierig ein anderes Konzept zu rechtfertigen. Ob ich nun eine JAZ von 4,5 oder 4,0 erreiche, da reden wir dann bei einem typ. EFH über ein Einsparpotenzial von vielleicht 50,- € pro Jahr. Über die Lebensdauer der Maschine gerechnet, sagen wir mal 30 Jahre (optimistisch), wären das 1.500,- €. Da muss der Strompreis schon ganz gewaltig steigen bis man hier eine echte Einsparung erzielt.

      Es ist leider so, dass in den meisten Fällen die Technik oder Effizienz zurückstecken muss, und die Investitionskosten höhere Priorität bekommen.
    • R.B. schrieb:

      Ich rechne grundsätzlich mit individuellen Werten.
      der gemeine (im Sinne von üblich) HB da draussen ist da deutlich schmerzfreier. Ich habe bisher noch keinen erlebt, der von sich aus gefragt hätte, mit welchen RT er rechnen (lassen) darf. So etwas wäre ja ein Gespräch mehr in dem evtl. auch noch Fragen gestellt werden.
      Diese Anforderung muss vom BH selber kommen, der aber in seinem Leben noch nie etwas von einer EN12831 gehört hat. Warm solls halt werden und ausreichend WW zu jeder Zeit bitte...fertig.
      Auf der anderen Seite kann ich die HB verstehen. Wenn der HB den BH fragt, was er gern hätte, frägt der BH was denn sinnvoll ist :/ :freaky: Also warum nicht gleich mit den Standardwerten rechnen und dann etwas überdimensionieren.

      Zum WW: mir gings da nicht um die Einschränkungen für die Heizung während der WW Bereitung, das ist rel. unerheblich.
      Wenn aber im typischen 4 P Haushalt, alle 4 in der Früh in 2 Duschen duschen wollen, oder 2 gleichzeitig ausgiebig duschen können sollen während Mutti noch die Wannne einlässt, dann muss da ordentlich WW bevorratet werden und zeitnah wieder nachbereitet werden.
      Spätestens wenn Mutti das erste mal die Wannne nur noch lauwarm füllen kann und 1h warten soll bis es weitergeht, gibts Ärger: "Neubau und nicht mal sicher eine Badewanne einlassen können wann ich will, kanns ja wohl nicht sein." Schon zig mal gehört...
      Setzt man diesen Wunsch nach (fast)immer und überall ausreichend WW um, hat eine LWWP einfach massive Nachteile die sich am Ende in den Invest- und den Betriebskosten niederschlagen.
      Wer will es dem HB krumm nehmen, wenn er den Speicher für 4 P überdimensioniert und die WW Soll Temp 24x7 auf 55° stellt mit 3x/Woche Legionellenschaltung?

      Komfortanspüche und Effizienz beissen sich hier und haben deutlich höhere finanzielle Auswirkungen als bei anderen Energieträgern.
    • Andere Energieträger stehen ja gar nicht zur Diskussion. Ansonsten halt Pelletkessel mit 75°C Kesseltemperatur, damit kann man WW machen bis zum Abwinken.

      Ob der Fall, 2 Personen duschen, eine Person lässt gerade eine Wann volllaufen, sinnvoll ist, das soll jeder selbst entscheiden. Das gilt auch für die Frage, ob sofort danach wieder der komplette Speicherinhalt voll aufgeheizt zur Verfügung stehen muss. Also, wenn ich Abends in die Badewanne steige, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ich nach einer Stunde noch einmal baden möchte. Ich habe bei uns selbst mit 4 bzw. 5 Personen noch nie erlebt, dass alle mehr oder weniger zur gleichen Zeit duschen wollten (trotz 3 Duschen im Haus). Selbst 2 Personen die gleichzeitig duschen kam und kommt extrem selten vor.

      Wenn ich mir nun vorstelle, dass bei einer entsprechend hohen Anzahl an Duschen und Bädern im Haus, auch der Speicher entsprechend dimensioniert wird, dann würde ich so einem Szenario entspannt entgegen sehen. Hinzu kommt, dass dieses Szenario dann genau zu diesen (wenigen) extrem kalten Stunden eintreten müsste.
      Ich sag mal so, wenn an einem frühen Morgen im Jahr bei -20°C wirklich alle gleichzeitig unter die Dusche wollen, und Mami aus irgendwelchen Gründen auch noch gleichzeitig in die Badewanne, und danach die Raumtemperatur von 21°C auf 20,5°C fällt, weil die WP etwas länger braucht um das WW zu erzeugen, dann kann ich damit leben. Von mir aus zahle ich an diesem Tag auch 1,- € zusätzlich für Stromkosten, wenn mir die 0,5K niedrigere RT Bauchschmerzen bereiten sollten und ich den Heizstab aktiviere.

      Wenn wir so am "Komfort" hängen, dann müssen wir wieder anfangen 40kW Wärmeerzeuger in EFH zu verbauen.

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