Weiße Wanne übergang Betonplatte teilweise nicht richtig verfüllt

    • zum Streitgespräch zwischen Ralf und JTK
      Ich halte es hier eher mit unserem Betontechnologen.
      Das liegt sicherlich auch daran, dass ich quer durch die Republik Betonbauteile bewerten muss (darf).
      Undichte Teilelemente bieten mir hierbei eine bessere Einnahmequelle, da diese häufiger Undichtigkeiten aufweisen als Ortbetonwände.
      Diese dann zu finden.........

      Auch die voraufgezählten Vorteile, bzgl. z.B. der Glattheit kann ich nicht zwingend bestätigen.

      Meinen Keller würde ich schalen und betonieren.
      Gut, wir haben auch ausreichend Schalung.

      Es gibt natürlich auf Zwangspunkte da haben Teilfertigelemente wieder Vorteile.
      Z.B. einhüftige Wände vor Bestand. Kein Platz für das Materiallage usw.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • Ergänzend zum Thema Dichtigkeit noch ein Gedanke zur Standsicherheit:

      Üblicherweise läuft der Beton zwischen den Elementwänden bis nach unten auf die Bodenplatte, verzahnt sich mit der rauhen Oberfläche der Innenflächen der Elementwände und idealerweise läuft noch etwas Zementleim in die Fugen zwischen den Fertigteilen und der Bodenplatte.
      Damit ist so gut wie sichergestellt, dass die Wände Ihre Lasten auf (fast) der gesamten Wandbreite an die Bodenplatte übertragen, denn die Bodenplatte und die Unterkanten sind nie soo eben, dass die Fertigteile satt aufsitzen. Meist stehen die Fertigteile punktuell oder linienförmig auf der Bodenplatte, in den Bildern im Beitrag #1 wurden sogar Klötze untergelegt und Bild 20160819_173629.jpg zeigt, wie viel Kontakt zwischen Bodenplatte und den Fertigteilen tatsächlich vorhanden ist.

      Um eine gleichmäßige Lastabtragung zu gewährleisten, reicht eine Füllung "als Untergrund für eine Abdichtung" alleine nicht aus. Die Hohlräume müssen tragfähig verfüllt werden, sonst kann es passieren, dass bei aufbauendem Baufortschritt oder später bei Nutzung Risse entstehen, wenn Teile der Wand versuchen nachzusacken, weil die Klötze es alleine nicht mehr tragen.

      unmaßstäblich skizziert sähe das dann in etwa so aus:

      Die Fertigelemente sitzen nur zum Teil auf der Bodenplatte, der Ortbeton reicht nicht bis zur OK Bodenplatte, am Fugenblech sind ein paar Gesteinskörnungen hängen geblieben so dass es Hohlräume unter den Fertigteilen und auch dazwischen gibt. Werden jetzt nur die Fugen unter den Fertigteilen vermörtelt, verteilt sich die gesamte Wandlast in zwei Linienlasten auf - wenn der Mörtel tragfähig ist. Wird der Mörtel nur auf den äußeren 1 bis 3 cm in die Fugen geschmiert, kann es knapp werden mit der Tragfähigkeit.

      Deshalb mein Hinweis: Wenn das Instandsetzungskonzept vorliegt, bitte auch hinsichtlich der Tragfähigkeit prüfen (lassen).
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Ganz großes Kino was ihr hier macht! :corn:

      Jetzt weiß ich nicht nur warum ihr für oder gegen einen Fertigteil-Keller seid sondern auch weswegen!
      Finde ich immer genial an Foren, man stellt eine gefühlt banale Frage und bekommt eine Antwort die gleich alle Anschlussfragen mit abdeckt.

      Vielen Dank euch allen für die super Aufklärungsarbeit!

      Grüße
    • Die Bauweise "Elementwände bei WU-Konstruktionen" ist weiß Gott kein banales Thema, sondern sehr vielschichtig.
      Daher auch die lebhafte Diskussion.

      Und ich meine, dass das Forum ja nicht nur für den Fragesteller antwortet, sondern für die gesamte Community. In so fern finde ich es völlig i.O. (und auch letztendlich Sinn dieses Forums), wenn gerade so diffizile Themen wie dieses etwas ausführlicher diskutiert werden. Wen es nicht interessant, muss es ja nicht lesen.
      Betontechnologie ist die Kunst, Steine in Wasser schweben zu lassen ... :)
    • JamesTKirk schrieb:

      Die Bauweise "Elementwände bei WU-Konstruktionen" ist weiß Gott kein banales Thema, sondern sehr vielschichtig.
      Daher auch die lebhafte Diskussion.

      Und ich meine, dass das Forum ja nicht nur für den Fragesteller antwortet, sondern für die gesamte Community. In so fern finde ich es völlig i.O. (und auch letztendlich Sinn dieses Forums), wenn gerade so diffizile Themen wie dieses etwas ausführlicher diskutiert werden. Wen es nicht interessant, muss es ja nicht lesen.
      ich bin kürzlich über den [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] gestolpert.
      Interessant fand ich v.a. folgenden Absatz:

      "Im vorliegenden Arbeitskreis hat sich derzeit keine einheitliche fachliche Auffassung bei den beteiligten Sachverständigen herausgebildet, ob die Bauweise von Weißen Wannen aus Elementwänden zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Standpunktes den anerkannten Regeln der Technik entspricht oder nicht. Insbesondere wurde kontrovers diskutiert, ob der erforderliche Verbund zwischen Schalen- und Kernbeton unter baupraktischen Bedingungen mit ausreichender Sicherheit erreichbar ist."

      Mein ganz praktisches Fazit als BH aus dieser uneinheitlichen Auffassung der SV wäre: Wenn WW, dann in Ortbeton.
    • Das sehr häufig der Fehler bei den Elementwänden (fehlerhafte Herstellung, ungeeignete Betonrezeptur, unsachgemäßer Transport und Lagerung, fehlerhafte Annahmekontrolle auf der Baustelle) selber zu finden ist, schreiben die Sachverständigen nicht. Sind wohl auch keine "Betonleute" in dem Arbeitskreis dabei gewesen.

      Beispiel:
      es wird geschrieben unter Merkmale Vollfertigteile:
      "hohe Betonqualität durch Vorfertigung im Werk"
      Ich denke, nur weil der Beton herstellbedingt (man will die Schalung schnell freibekommen für das nächste Fertigteil) sehr fest wird, muss das nicht heissen, dass er dadurch auch eine hohe Qualität hat. Hier spielen beispielsweise noch Sedimentationsvorgänge des Frischbetons mit rein, die stattfinden, wenn die Betonrezeptur nicht technisch, sondern wirtschaftlich optimiert ist.

      Vom Inhalt her damit nicht ganz umfänglich, von den gemachten Aussagen kann ich dem nur zustimmen.
      Betontechnologie ist die Kunst, Steine in Wasser schweben zu lassen ... :)
    • JamesTKirk schrieb:

      "hohe Betonqualität durch Vorfertigung im Werk"
      nix gegen vorfertigung.

      aber wenn ich mir manchmal die schwerlasttransporter,
      welche auf autobahnen, bundesstraßen, gemeindestraßen...usw
      unterwegs sind, betrachte, ist die vorfertigung doch am ziel vorbei geschossen?
      das kann doch nicht im sinne des erfinders sein?
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